Handelsblatt exklusiv
Fraport und Hahn kommen sich wieder näher

Wegen eines möglichen Nachflugverbots am Frankfurter Flughafen gibt es Überlegungen, den Flughafen in Hahn als Alternative zu nutzen.
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FrankfurtZwei Jahre nach der Trennung reden der Flughafenbetreiber Fraport und das Management des Hunsrück-Airports Hahn wieder über eine Kooperation. Das berichtet das Handelsblatt in seiner Montagsausgabe. Bei einem ersten Gespräch zwischen dem Vorstand von Fraport und Jörg Schumacher, dem Sprecher der Geschäftsführung der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH, sei es unter anderem um das Thema Luftfracht gegangen.

Schumacher bestätigte die Kontaktaufnahme gegenüber dem Handelsblatt. „Es hat ein Treffen mit dem gesamten Vorstand von Fraport gegeben. Es war eine Annäherung, bei der es grundsätzlich um die Möglichkeiten einer Kooperation ging“, zitiert die Zeitung den Flughafen-Chef. Auch Fraport bestätigte ein Treffen. Dabei sei aber nur über zurückliegende Kooperationen gesprochen worden.

Anfang kommenden Jahres wird das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig darüber befinden, ob künftig zwischen 23 Uhr und fünf Uhr am Morgen in Frankfurt ein absolutes Flugverbot herrschen wird. Es war den Anwohnern im Gegenzug zum Bau der vierten Bahn in Frankfurt versprochen worden. Im Nachhinein war dann allerdings nur noch von einer Reduzierung der Nachtflüge um mehr als 50 Prozent auf 17 in 24 Stunden die Rede. Dagegen hatten anliegende Kommunen geklagt.

Zwar hatte der Hessische Verwaltungsgerichtshof den Bau der vierten Bahn, die im Spätsommer in Betrieb gehen wird, für rechtens erklärt, gleichzeitig aber klar gemacht, dass die geplante Zahl von 17 Flügen in der Nacht zu hoch sei. Sollte tatsächlich ein komplettes Flugverbot zwischen 23 und fünf Uhr morgens verhängt werden, müssen Alternativen her.

Eine wäre der Flughafen in Hahn. Dort darf rund um die Uhr geflogen werden. „Es wäre durchaus möglich, einen Teil der Fracht nach Hahn zu verlagern. Man muss dazu keinen neuen Lagerraum, keine neuen Warehouses bauen. Die können in Frankfurt bleiben, man entscheidet dort, was in Frankfurt und was in Hahn an Bord geht“, sagte Flughafen-Chef Schumacher dem Handelsblatt.  

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt

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  • Fraport verhindert bisher mit unfairen Methoden - nämlich mit außergewöhnlich niedrigen Gebühren für Frachtflugzeuge, die aus dem Passagierverkehr subventioniert werden - eine Abwanderung von Frachtverkehr zum Flughafen Hahn. Die gesamtwirtschaftlichen Kosten vor allem des nächtlichen Frachtflugverkehrs durch gesundheitliche Beeinträchtigungen und reduzierte Leistungsfähigkeit von Beschäftigten im dicht besiedelten Rhein-Main-Gebiet sind immens - die Vernunft gebietet es, auf Frachtflug in dicht besiedelten Gebieten zu verzichten. Ein erster Schritt wäre daher der Verzicht auf Quersubventionierung durch die Fraport.

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