Handelsblatt-Interview
Deloitte-Chef kritisiert neue Bilanzregeln

Vier Jahre nach dem spektakulären Zusammenbruch des amerikanischen Energiehandelsunternehmens Enron haben die meisten Industriestaaten ihre Gesetze ausreichend verschärft, um Bilanzskandale dieser Art in Zukunft zu erschweren.

DÜSSELDORF. Der Erfolg dieser Maßnahmen werde sich allerdings erst in zwei oder drei Jahren zeigen, sagte der Vorstandschef der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte Touche Tohmatsu (DTT), William Parrett, dem Handelsblatt. Einige Länder seien allerdings bei den Regulierungen über das Ziel hinausgeschossen. Dies erschwere die Arbeit der Wirtschaftsprüfer.

"Die Mitarbeiter der großen Wirtschaftsprüfungsfirmen verbringen inzwischen Tausende von Stunden damit, sich in neue Prüfungsregeln und -techniken einweisen zu lassen", klagt Parrett. DTT ist die zweitgrößte Wirtschaftprüfungsgesellschaft der Welt

Vor allem hat sich nach Einschätzung Parrets die Situation für die Manager geändert. "Die müssen jetzt enorm aufpassen. Vor Gericht kann sich kein Finanzchef mehr damit herausreden, er habe nichts gewußt." Am Montag beginnt in Houston (Texas) der Prozess gegen die beiden Enron-Spitzenmanager Kenneth Lay und Jeff Skilling.

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