Handelskonzern in der Krise
Karstadt-Chef: Es gibt keine Tabus mehr

Europas größter Warenhaus- und Versandhandelskonzern Karstadt-Quelle ist noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht und hat seine Prognose für 2004 gesenkt. Mit einem harten Sanierungskurs und dem Ausbau des Auslandsgeschäfts will Vorstandschef Christoph Achenbach den Konzern wieder in die schwarzen Zahlen bringen.

HB DÜSSELDORF. Im ersten Halbjahr vergrößerte sich der Konzernverlust gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast das Sechsfache auf 298 Mill. Euro, teilte die im MDax notierte Karstadt-Quelle AG am Mittwoch in Essen mit. Im ersten Halbjahr 2003 hätten sich noch Sondereffekte positiv ausgewirkt und den Verlust auf 53 Millionen Euro beschränkt.

Nach einem Umsatzeinbruch um 6 Prozent auf 6,87 Mrd. Euro im ersten Halbjahr erwartet der Konzern im zweiten Halbjahr mit einem Rückgang von 4,5 bis 5 Prozent zwar eine leichte Milderung des Abwärtstrends. Die bisherige Prognose von minus 3 Prozent, die der alte Konzernchef Wolfgang Urban noch im Mai machte, hat sich damit aber deutlich verschlechtert. Erste Maßnahmen zur Neuausrichtung des Konzerns sollen das Ergebnis im dritten Quartal zusätzlich und außerordentlich belasten, kündigte der Vorstand an. „Es darf und es wird bei dieser Neuausrichtung keine Tabus geben“, sagte Achenbach im Halbjahresbericht. Karstadt-Quelle werde sich wieder auf seine Kerngeschäftsfelder konzentrieren,

Angesichts schlechter Umsätze in Deutschland sieht Karstadt-Quelle seine Zukunft zunehmend im Auslandsgeschäft. „In den kommenden fünf Jahren möchte ich den Auslandsumsatz deutlich anheben“, sagte Achenbach der dpa. „Damit würde ich mich deutlich wohler fühlen, denn wenn Deutschland heute hustet, bekommen wir gleich eine schwere Grippe.“ Bisher mache der Konzern zehn Prozent seiner Umsätze im Ausland.

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