Handelskonzern Metro: Optimismus trotz schlechter Zahlen

Handelskonzern Metro
Optimismus trotz schlechter Zahlen

Der Handelsriese Metro hat 2012 nur einen Bruchteil des üblichen verdient. Nach der ersten Dividendenkürzung in der Geschichte im vergangenen Jahr, macht der Konzern den Anlegern auch für dieses Jahr wenig Hoffnung.
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DüsseldorfVerkehrte Welt bei Deutschlands größtem Handelskonzern Metro: Vorstandschef Olaf Koch muss das schlechteste Ergebnis der Firmengeschichte präsentieren und strotzt dennoch vor Selbstbewusstsein. „Wir müssen uns nicht verstecken“, sagte er am Mittwoch bei der Bilanzvorlage in Düsseldorf und legte nach. „Wir haben alles im Griff. Wir werden gestärkt aus dem Jahr 2012 hervor gehen.“

Die nackten Zahlen zeigen aber zunächst ein anderes Bild. Der Handelsriese landete im vergangenen Jahr bei einem weltweiten Umsatz von rund 67 Milliarden Euro nur knapp vor der Verlustzone. Auch im laufenden Rumpfgeschäftsjahr 2013, das wegen einer Umstellung bereits Ende September endet, wird wegen des fehlenden Weihnachtsgeschäfts und Ertragsproblemen lediglich ein Minigewinn erwartet. Koch muss die Ärmel noch einmal höher krempeln und beweisen, das er Handel kann.

Mit den Metro-Großhandelsmärkten für Gewerbetreibende schwächelt jetzt ausgerechnet die wichtigste Konzerntochter. 2012 brach ihr Ergebnis um ein Drittel ein. Preissenkungen und der Rückzug aus Großbritannien kamen der Keimzelle des Konzerns teuer zu stehen. Außerdem bekommen die blau-gelben Märkte die Schuldenkrisen in Südeuropa zu spüren, weil dort Restaurants schließen müssen und damit Kunden dauerhaft wegbleiben.

In Deutschland hingegen findet das Warenangebot außerhalb der Lebensmittelregale zu wenige Käufer, obwohl schon seit Jahren an dem Sortiment kräftig gefeilt wird. Die Ertragslage hier sei Besorgnis erregend gewesen, gab Koch zu.

Der 42-Jährige Manager übernimmt selbst die operative Führung der schwächelnden Großhandelssparte. Wo beispielsweise der Kaffee am besten im Regal platziert wird, musste ein Metro-Chef bisher nicht wissen. Koch zeigt Detailkenntnis. Der Großhandel mit Gewerbekunden folge anderen Regeln als der Handel mit Verbrauchern. „Cash & Carry ist ein einzigartiges Geschäft. Hier geht es um Partnerschaften und langfristige Geschäftsbeziehungen.“ In Osteuropa sind das vor allem kleine Händler, in Westeuropa Gastronomen. Auch die Gewinnspannen unterschieden sich deutlich. „Wir müssen jeden Euro, jeden Rubel, jede türkische Lira zweimal umdrehen“, verdeutlichte der Metro-Chef.

Die Ertragswende sollen nun überarbeitete Sortimente, Eigenmarken und neue Dienstleistungen wie ein Lieferservice für Gewerbetreibende bringen. Auch im Internet will der Düsseldorfer Konzern zunehmend mitspielen. Die Elektronikketten Media Markt und Saturn stellen immer mehr Produkte ins Netz und sollen Ende 2015 zehn Prozent ihres Umsatzes online erzielen. Derzeit sind es vier Prozent. Aber auch die Warenhaustochter Kaufhof will von dem Internetboom profitieren.

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Optimismus trotz schlechter Zahlen

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Metro dämpft Erwartungen an Dividende

Kommentare zu " Handelskonzern Metro: Optimismus trotz schlechter Zahlen"

Alle Kommentare
  • ja, die 3 miliönchen haben sie die ganz geschickt gezeigt, so dass man die kaum überblicken kann
    rafiniert, aber das wissen die Vorstände auch, dass deren Vertrauen am Markt längst verspielt worden ist
    Überlegen Sie mal, die haben immer noch über 3,2 Miliarden Schulden, wann und wie können sie das bezahlen?

  • Das alte Dilemma, Metro C+C, Real,Media-Markt, Praktiker usw.
    alles Sanierungsfälle. Ob man das Geschäftsmodel C+C aufgrund des
    Discounter Wettbewerbs noch reanimieren kann, darf man bezweifeln. Un die größte Frechheit ist die Darstellung der Finanziellen Sitaution. Es blieben unter dem Strich nur 3 Mio €
    übrig, und das bei 66 Mrd Umsatz, = 0,0045 %, geradezu lächerlich. Jetzt wieder ein Rupfgeschäftsjahr ( damit man nicht auf den ersten Blick das Problem erkennt.
    gut nur, daß der alte Beisheim das nicht mehr erleben muß.
    Die Aktie wird um mindestens 50% überbewertet.

  • ist denn bei Ihnen in Hannover der cash & carry Markt geschlossen?
    Tja, was soll man dazu sagen? Sie haben schon gut bemerkt, dass es irgendwas nicht in der Metro Politik stimmt
    Da braucht man nur gesundes Menschenverstand um das ganz einfach, auch als Kunde zu sehen

  • nicht zu sprechen über den Service!
    Versuchen Sie mal be Media Markt zu gehen um nach einem Umtausch zu fragen, wenn Ihr Computer in der Garantiezait kaputt ist!
    2 X sind wir in München Pasing mit dem PC da gewesen, ganz miserabler Service, nie mehr Media Markt!!!!

  • Die Metro-Oberen haben viele Jahre viel zu viel falsch gemacht. Nur ein paar Beispiele aus Hannover:
    - Mitte der 90er: Saturn in einer Betonbrache aufgemacht
    - Ende der 90er: Horten aufgekauft und einen zweiten Kaufhof eröffnet
    - Etwas später: Der Saturn in der Betonbrache wird geschlossen, weil kein Mensch dort einkauft - was schon vor der Eröffnung klar war

    Ganz nebenbei wurde das grundsolide Horten Warenhaus, das wegen Sortiment und kompetentem Personal hochangesehen war, zum Ramschladen runtergewirtschaftet. Und dann wurde noch ein alteingesessener Cash&Carry geschlossen. Einer, der wenigen, die gut gelegen und mit reichlich Parkplätzen versehen war.

    Wenn ich auf so kleinem Raum - wie Hannover - schon eigentlich nur Fehler der Metro sehe... Wie soll es dann konzernweit aussehen?

  • Hallo Doris,

    Ich glaube auch, wie Sie, dass die Metro so lange nicht mehr existiert, denn was diese so-gennanten Manager in den vielen Jahre kaputtgemacht haben, kann auch Koch (oder andere)nicht mehr wieder gut machen.
    Die Preise sind immer noch zu hoch und die Hauslieferung bringt Metro hohe Verluste. Sie sind viel zu spät ins Geschäft eingestiegen, genauso wie bei Media Markt.
    Die Haniels & die Schmidt Ruttenbecks haben ein teil deren Aktien verkauft sowie Real Ausland, um Schulden zu bezahlen und ein besseres rating zu kriegen (damit sie wieder von den Banken Geld leihen können). Desastruös.
    rette sich, wer kann

  • Metro Vorstand und Aufsichtsrat, als verantwortliche Veränderer zB. Elektromärkte
    Sie müssen einfach noch umfangreicher gesamt Deutsche Interessen Vorgaben vertreten und das gelingt nur durch Verantwortungsbereiche, also mehr Controller, Einkäufer, Bereichsmanagement an unfehlbare Verantwortliche übertragen.
    Aldi, in der flächendeckenden Versorgung des kleinen Mannes, ist schon vor geraumer Zeit diesen Weg gegangen, wie man allenthalben erleben kann – ich nenne es
    „das Karstadt Syndrom“ nicht zu verwechseln mit dem „Philadelphia Experiment“ Hollywoods-Beitrag zu Zeitreisen in die Vergangenheit.

    Beugt man sich wie es sich geziemt?
    der Welt und EUR-EU Beschlüssen? Der „zweite/dritte Schritt“ zur Europäisierung nach 1991,
    Anpassung der Schulbildung, Ausbildung, kontrollierter Wissenszugang, nach ex-BBM Schavans UNI Unglück, ist das Tor weit geöffnet, für Sonderhauszeichnungsträger/Ehren-Medaillen Träger aus dem neuen Land und deren all-Protegier alt testamentarisch Verfasst,
    um den Wissenschaftsbereich nun auch mit den nötigen Anpassungen anzugleichen,
    nicht zu Verwechseln mit dem „großen Sprung“ eines Mao Zedong die zu arger Verschlimmerung der Lage in China mit zig Mill. Toten geführt hatte.
    Aber das steht nicht mit biblischen Plagen im Zusammenhang.

  • Ich denke nicht dass das die Gründe sind.

    Es ist relativ einfach: früher wurde die Zielgruppe nicht von anderen beliefert, die Kunden mußten in den Markt, um in einem Rutsch alles kaufen zu können. Damals, also bis in die 90er, haben sie zwar "gern" mehr bezahlt, aber hatten im Gegenzug auch mehr Zeit für ihr Geschäft. Das war der Deal. Preissensible Discounterkunden wollte man noch nie im Markt haben.

    Heutzutage können die Kunden vieles per internet bestellen und in ihr Geschäft liefern lassen, zudem haben sich Ernährungsgwewohnheiten geändert, viele Pommesbuden gibt es schlicht nicht mehr. Konjunkturelle Aspekte kommen noch hinzu. Im Wesentlichen ähnlich wie bei Real für private Konsumenten. Der Gnadenschuß wird aber von einer anderen Seite kommen: bei den ständig steigenden Kraftstoffpreisen muß man schon täglich mit einem 7,5Tonner einkaufen fahren damit es sich noch iwie lohnt.

  • ...der Laden löst sich von alleine auf. Und wie, und wie kam es dazu? Nun, die Produkte sind einfach zu teuer. Alles was dort angeboten wird, findet sich draußen in den Märkten billiger. Man setzt auf Riesenpresenz und lult die Interessenten damit ein, wenn man durch die Gänge marschiert.Raffiniert der Einkaufsausweis. Soll die Exklusivität für den Kunden darstellen. Ist ein psychologischer Trik. Wird von allen Personen, die diesen Laden betreten genau so gesehen. Also ein raffiniert aufgezogenes System, was nicht mehr zieht. Ja, so ist es.
    Heute entscheidet der Preis und sonst nichts. Man will mit den paar Sonderangeboten die Leute in die Metro-Märkte locken. Uninteressant, ja, uninteressant. Auf breiter Front müßte alle Artikel 25 bis 30 % im Preis sinken, gegenüber vergleichbarem Angebot draußen. Und das die Inhaberfamilien Schmidt-Ruthenbeck in Essen und Haniel in Duisburg das nicht wollen, werden sie sich selber auflösen. Die Metro hat überhaupt keine Chance mehr. Die Zeit ist abgelaufen. Der Wettbewerb ist so scharf geworden, daß, wie ich oben schon schrieb, nur der Preis zählt und sonst nichts. Die Discounter sind erheblich billiger und sie werden auch zukünftig alle Register ziehen, daß solche Unternehmen wie die Metro untergehen
    werden. Da kann der Herr Koch, als Vorstandsvorsitzender auch persönlich sich in die Märkte stellen. Er wird nichts, garnichts bewirken. Die Metromärkte sind heute schon leer. Wer geht da noch hin, kaum jemand. Draußen hat man verstanden, was die Metro für ein Spiel spielt. Die Metro ist fertig, sie wird verschwinden.

  • nein, sind sie böse. hätten sies nicht einfach ihrer erziehungsberechtigten mitteilen können? die hätte ihnen dann einen block und stifte vom aldi mitbringen können. zu 99% günstiger, bzw. nützlicher. aber nicht mit dem SMARTEN liberalen.

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