Handelskonzern Metro schockiert mit Gewinnwarnung

Das Jahr 2011 nimmt für Metro kein gutes Ende. Der Handelskonzern hat seine Jahresziele eingedampft. Das schwache Weihnachtsgeschäft reißt die Düsseldorfer runter. Aber am Verkauf von Kaufhof hält die Metro fest.
Update: 06.12.2011 - 15:14 Uhr 13 Kommentare
Die Konzernzentrale der Metro-Gruppe in Düsseldorf. Quelle: dpa

Die Konzernzentrale der Metro-Gruppe in Düsseldorf.

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DüsseldorfMitten im Weihnachtsgeschäft schockiert der größte deutsche Handelskonzern Metro die Börse mit einer Gewinnwarnung: Vor dem Hintergrund der zunehmend spürbaren Folgen der Schuldenkrise und des schwach angelaufenen Weihnachtsgeschäftes schraubte das Unternehmen am Dienstag seine Erwartungen bei Umsatz und Gewinn für 2011 herunter. Sollte sich die Entwicklung so fortsetzen, gehe Metro davon aus, dass sowohl die Erlöse wie auch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern leicht unterhalb des Vorjahresniveaus von 67,3 Milliarden beziehungsweise 2,4 Milliarden Euro liegen werde, teilte Metro mit. Die Nachricht ließ die Aktie bis zum Nachmittag um rund 10 Prozent abstürzen. Das Unternehmen war damit neben RWE der größte Tagesverlierer im Dax.

Noch bei der Vorlage der Quartalszahlen Anfang November war der Handelsriese, hinter der französischen Carrefour und der britischen Tesco die Nummer drei in Europa, davon ausgegangen, dass das Geschäft am Jahresende durch die schwache Entwicklung im Vorjahr übertroffen werden könne. „Der Start ins Weihnachtsgeschäft blieb bisher aber deutlich hinter den Vorjahreswerten zurück“, erklärte der scheidende Vorstandschef Eckhard Cordes. In vielen Ländern Europas seien die Kunden infolge der sich verschärfenden Schuldenkrise, hoher Arbeitslosigkeit und der beschlossenen Sparprogramme stark verunsichert. Die Kaufzurückhaltung spüre Metro über alle Verkaufslinien hinweg, betonte Cordes.

Keine Auswirkungen hätte die Revision der Jahresprognosen auf den derzeit laufenden Verkaufprozess des Kaufhof, hieß es weiter. An der Übernahme des traditionsreichen Warenhausgeschäftes sind unter anderem die österreichische Immobiliengruppe Signa und der Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen interessiert. Signa-Chef René Benko habe der Metro inzwischen ein bindendes Angebot unterbreitet, sagte Konzernsprecher Michael Inacker. Aber man befinde sich auch mit Berggruen in Gesprächen. Zur konkreten Höhe der Offerte von Benko wollte er sich nicht äußern und sagte nur, dass die Metro das Warenhausgeschäft nicht unter Wert verkaufen werde. Vorstandschef Cordes hatte den Kaufhof bereits vor knapp vier Jahren auf die Verkaufsliste gesetzt.

Von den Einbußen im Weihnachtsgeschäft sind laut Metro, die weltweit mehr als 280 000 Mitarbeiter beschäftigt und in 33 Ländern tätigt ist, vor allem Produkte der Unterhaltungselektronik und aus dem Textilbereich betroffen. Genauere Aussagen zur Entwicklung einzelner Sparten wie Galeria Kaufhof oder der Media-Saturn wurden nicht gemacht. Auch wollte sich Metro nicht dazu äußern, ob sich die jetzt angepassten Prognosen auf die Dividende auswirken werden. „Wir wollten möglichst früh Transparenz und Klarheit für die Märkte schaffen“, begründete Inacker den Schritt, schon zum jetzigen Zeitpunkt an die Öffentlichkeit zu gehen. Das Unternehmen sei vorsichtig geworden, auch wenn in den kommenden zwei bis drei Wochen noch positive Faktoren hinzukommen könnten.

Doch die Sparmaßnahmen in Europa machten sich zunehmend beim Verbraucher bemerkbar. Nur die Türkei und Russland hielten dagegen, könnten aber die anderen Länder nicht „rausreißen“, hieß es. Cordes betonte: „Wir werden jetzt mit vollem Einsatz alles daran setzen, ein Jahresergebnis auf dem hohen Niveau des Vorjahres zu erwirtschaften“.

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13 Kommentare zu "Handelskonzern: Metro schockiert mit Gewinnwarnung"

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  • Wir sind sowieso alle blöd ha ha ha...

  • Ein Muster dafür, wie unangenehm die Abspaltung eines Unternehmensteiles für Anleger steuerlich sein kann, ist der Fall ALTANA. Dort wurde in 2007 die Pharma-Sparte verkauft. Die Grossaktionärin Quandt minderte für sich die steuerlichen Folgen, indem sie ihre ALTANA-Anteile vorab auf eine eigens gegründete Kapitalgesellschaft übertrug. Dies, weil Kapitalgesellschaften als Aktionäre bei Spin-Offs steuerlich deutlich günstiger als Privatanleger gestellt sind. Ansonsten lohnt ein Blick auf den Chart der Altana-Aktie.
    Der Kurs der "Rest-Altana" fiel nach der Abspaltung stark.

  • Ach nee, im November hat man noch nicht gewußt, daß es in vielen Ländern Europas eine sich verschärfende Schuldenkrise, hohe Arbeitslosigkeit und es eine Verunsicherung durch notwendige Sparprogramme geben kann?
    Und vier Wochen später weiß man es also?
    Das ist nicht glaubwürdig, sondern kann nur so gedeutet werden, daß die Aussage im November eindeutig geschönt war.
    Vielleicht sollte man ja die Situation der einzelnen Firmen durchleuchten. Wäre überrascht, wenn sich die dümmliche Änderung der Werbestrategie bei MediaMarkt nicht negativ ausgewirkt hat.
    Na ja, es ist auch leichter die Schuld bei externen Faktoren zu suchen, als eigene Fehler einzugestehen.

  • Laber-Laber.

    2,4 Mrd. € haben oder nicht haben, das ist hier die Frage.

    Nicht nur die gebeutelten Haniels würden sich über eine entsprechende Extra-Dividende freuen. Außerdem ist die Metro finanziell nicht so schwach auf der Brust, dass ein Verkaufserlös zwingend einbehalten werden müsste.

    Eine gewisse operative Grundprofitabilität ohne fremde Sondereffekte kann man vom hochbezahlten Management nach Jahren der Dürre beim Aktienkurs erwarten.

    Metro muss gute Steueranwälte beschäftigen, um den Deal und die Ausschüttung im Sinne der Aktionäre hinzukriegen.

    Wenn das Management es nicht hinkriegt, den Kurs zu steigern und ans Tafelsilber gehen muss, müssen die Aktionäre direkt etwas davon haben.

  • Was soll der Hinweis auf das Wetter? Ich habe Real und Tesco bei jeder Jahreszeit verglichen. Zugegeben, hätte ich das Wetter zwischen D und GB verglichen, sähe D etwas besser aus als GB, allerdings auch nur analog dem Sprichwort vom Regen in die Traufe, im wahrsten Sinne des Wortes.

  • Die erträumte Sonderdividende aus einem Kaufhofverkauf wäre steuerlich für Anleger fatal. Diese würden besteuert, obwohl es letztlich keinen Vermögenszuwachs gegeben hat:
    So ist der Metroaktionär VOR dem Kaufhofverkauf zugleich Eigentümer von Kaufhof. Wird nun durch den Verkauf das "Stück" Kaufhof aus dem Konzern herausgebrochen, besitzt der Metroaktionär nur noch ein "verkleinertes" Unternehmen. Diese Besitzlücke wird zwar aufgefüllt durch den Verkaufsaufpreis. Wenn aber aus der Einnahme eine Sonderdividende gezahlt wird, wird diese auf Anlegerebene besteuert. Obwohl sich am Gesamtvermögen nichts geändert hat.

  • Wohin Kaufhof nun mal gleich garnicht gehört das dürfte klar sein: erst recht nicht auf eine wie auch immer geartete "Rampe".
    Das wäre unverzeihliche Geldverschwendung und das weiß man wohl hoffentlich auch.

  • Für das schlechte Wetter im Weihnachtsgeschäft kann Cordes nichts.

    Soll er die Kunden alle Einzeln zuhause Taxi abholen?

    Finde es gut, dass Cordes uns vorzeitig über die Entwicklung informiert und nichts verbirgt.

    Wenn wir schon beim Wetter sind:
    Bei Metro steht ohnehin demnächst ein warmer Regen in Form einer Sonderdividende von 2,4-2,5 Mrd. € an, wenn Signa den Zuschlag kriegt.

    Solange der Kaufhof nicht unnötig auf der Resterampe verkauft wird, wäre jetzt vielleicht sogar ein guter Einstiegszeitpunkt. Konsumieren müssen die Leute schließlich immer.

  • @DonSarkasmo

    ...nun hat HB-Online also auch noch selbsternannte Moderatoren, die ihre Comments hinschreiben dürfen...

  • @homo
    Es ist Ihnen erlaubt, dummes Zeug zu schwätzen !!!

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