Handelskonzern
Metro trennt sich von Real in der Türkei

Der Handelskonzern Metro verkauft seine Real-Märkte in der Türkei. Mit Großhandels- und Elektromärkten bleibt Metro zwar in dem Land aktiv – SB-Warenhäuser hat der Konzern nun aber nur noch in Deutschland.
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DüsseldorfDer Handelskonzern Metro verabschiedet sich von seinen letzten SB-Warenhäusern im Ausland. Die Düsseldorfer verkaufen ihre Real-Märkte in der Türkei an den türkischen Handelsunternehmer Hac Duran Begendik, wie sie am Montag mitteilten. Mit dem Abschied von der internationalen Bühne kann sich Real nun auf den Heimatmarkt konzentrieren, wo die Metro-Tochter mit starker Konkurrenz und Preisdruck zu kämpfen hat.

Die zwölf SB-Warenhäuser in der Türkei setzten mit rund 1800 Mitarbeitern im abgelaufenen Geschäftsjahr 256 Millionen Euro um und trugen nur etwa 2,5 Prozent zum Gesamtumsatz der Real-Gruppe von 10,4 Milliarden Euro bei. Übernehmen wird die Filialen nun der Unternehmer Begendik, dessen Familie in der Türkei die Supermarktkette Begendik aufgebaut hat und an 42 Standorten rund 2.700 Mitarbeiter beschäftigt. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, teilte die Metro mit. Der Verkauf solle im Sommer abgeschlossen sein. Er müsse noch von der türkischen Wettbewerbsbehörde genehmigt werden.

Bereits 2012 hatten die Rheinländer das Osteuropageschäft für 1,1 Milliarden Euro an das französische Handelsunternehmen Auchan veräußert. Metro-Chef Olaf Koch will vorrangig das Geschäft auf dem Heimatmarkt vorantreiben, das lange unter den Nachwirkungen eines Gammelfleischskandals litt und die Renditeziele des Mutterkonzerns verfehlte. Dazu wird Real Deutschland seit Jahren umstrukturiert. Das Filialnetz wurde zusammengestrichen, das Sortiment verkleinert, Preise gesenkt und Standorte modernisiert. Real soll sich in Auswahl und Qualität der Lebensmittel abheben, das übrige Sortiment soll attraktiver werden, Ware soll online bestellt werden können.

Mit ihren Großverbrauchermärkten (Cash & Carry) und ihrer Elektronikmärkte-Tochter Media-Saturn will die Metro nach eigenen Angaben weiter in der Türkei vertreten bleiben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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