Handelskonzern
Metro wächst rasant weiter

Der größte deutsche Handelskonzern Metro setzt sein stürmisches Wachstum fort – nicht zuletzt dank der Zukäufe von Wal Mart in Deutschland und Geant in Polen konnte das Unternehmen beim Umsatz kräftig zulegen. Das Vorsteuerergebnis und das Ergebnis pro Aktie sehen jedoch nicht so rosig aus. Beim Sorgenkind Real steht indes ein Personalwechsel ins Haus.

HB DüSSELDORF. Im ersten Halbjahr steigerte der Düsseldorfer Handelsriese seinen Umsatz um 10,9 Prozent auf 30,3 Mrd. Euro. Allerdings hatte das Wachstum seinen Preis: Wegen der Integrationsaufwendungen für die Akquisitionen von Wal-Mart Deutschland und Géant in Polen sank das Vorsteuerergebnis (EBT) um 14,2 Prozent auf 202 Mill. Euro. Das Ergebnis je Aktie verringerte sich gegenüber dem Vorjahr sogar um 64,5 Prozent auf 29 Cent, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte.

Die stärksten Wachstumsregionen für die Metro waren erneut Osteuropa und Asien mit einem Umsatzplus von 23,5 und 26,5 Prozent. Doch auch in Deutschland wuchs der Umsatz dank der Wal-Markt-Übernahme um 7,6 Prozent auf 13,1 Mrd. Euro.

Punkten konnte der Konzern erneut vor allem mit seinen Metro Cash&Carry-Großmärkten sowie den Elektronikmarktketten Media Markt und Saturn. Die weltweit präsenten Großmärkte lieferten erneut den Löwenanteil des Gewinns. Die Elektronikmarktketten glänzten mit einem Umsatzplus von 14,3 Prozent. Sogar in Deutschland gelang Media Markt und Saturn trotz der Mehrwertsteuererhöhung ein Umsatzplus von 5,1 Prozent.

Die Warenhauskette Galeria Kaufhof litt unter der Mehrwertsteuererhöhung. Hier gingen die Umsätze um 1,2 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro zurück. Beim langjährigen Sorgenkind des Konzerns, der SB-Warenhauskette Real, stiegen die Umsätze im ersten Halbjahr zwar akquisitionsbedingt um fast 27 Prozent auf über sechs Mrd. Euro. Wegen der Kosten der Übernahme schrieb Real allerdings tiefrote Zahlen. Das Ebit lag mit minus 108 Mill. Euro mehr als drei Mal so hoch wie im Vorjahr.

Metro-Chef Hans-Joachim Körber kündigt an, der Konzern werde auch in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres sein profitables Wachstum fortsetzen. Vor allem die internationale Expansion werde konsequent vorangetrieben. Gleichzeitig bekräftigte er die Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr. Die Metro rechnet weiterhin mit einem Umsatzanstieg von acht bis neun Prozent sowie einem Ergebnis-Anstieg (EBIT) von sechs bis acht Prozent.

Der Konzern informierte am Mittwoch außerdem über einen Führungswechsel an der Spitze der Warenhauskette Real: Joel Saveuse sei zum neuen Real-Chef berufen worden. Der Handelsmanager, der zuletzt das Europageschäft der französischen Carrefour verantwortete, löst zum 1. September 2007 Andreas Riedel ab, der das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlässt, hieß es. Der 54-jährige Saveuse soll den Umbau von Real in Deutschland und die Expansion in Osteuropa vorantreiben.

Die Analysten von Credit Suisse (CS) bezeichnen die Metro-Zahlen als weitgehend im Rahmen der Erwartungen, auch wenn der flächenbereinigte Umsatz in Deutschland niedriger als erwartet ausgefallen sei. Ermutigend, wenn auch erwartet worden, sei die Bestätigung des Ausblicks. Zur Berufung von Joel Saveuse zum neuen Geschäftsführer bei Real merken die Experten an, er verfüge zwar über beeindruckende Erfahrung im Einzelhandel, gleichwohl interessiere man sich für die Hintergründe für seine Ernennung. Zu Einstufung und Kursziel wollen sich die Analysten erst nach einem „Conference Call“ äußern.

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