Handelskonzern streicht Stellen
Rewe-Belegschaft soll Heros-Zeche zahlen

Die Unterschlagungen der Geldtransportfirma Heros führen jetzt beim Kölner Handelskonzern Rewe zu Stellenstreichungen und einem handfesten Krach zwischen Vorstand und Betriebsrat.

DÜSSELDORF. Um die gewaltigen Zahlungsausfälle auszugleichen, die Vorstandssprecher Achim Egner am Donnerstag vor Mitarbeitervertretern auf 161,6 Mill. Euro bezifferte, will Rewe die Personalkosten drastisch reduzieren.

So sollen zunächst drei Lager in Hattingen, Düsseldorf und Essen geschlossen werden, die bislang Rewe-Supermärkte und Penny-Filialen beliefern. Zwischen 450 und 500 Arbeitsplätze stehen damit auf der Streichliste. Zudem droht Egner Supermärkten die Schließung an, wenn sie unter der nun hoch geschraubten Deckungsbeitragsmarge bleiben. „Am Ende könnte das mehrere Tausend Jobs kosten“, fürchtet ein Mitarbeitervertreter. Gegenüber dem Handelsblatt kündigten Betriebsratsspitzen an, dem Konzernchef die Gefolgschaft zu verweigern.

Bislang aber zeigt sich Egner offenbar kompromisslos. Selbst das Weihnachtsgeld will er kürzen, um auf diese Weise die durch Heros aufgerissenen Löcher zu stopfen. Den Vorschlag des Betriebsrats, lediglich die für dieses Jahr vereinbarte Tariferhöhung von 200 Euro gegen übertariflich gezahltes Weihnachtsgeld zu verrechnen, lehnt Egner ab.

Nach Handelsblatt-Informationen war beim Heros-Betrug auch der Kölner Rewe-Finanzbereichsmitarbeiter Franz-Josef W. beteiligt, gegen den die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt. Er soll von der Transportfirma 500 000 Euro und einen Jeep Cherokee erhalten haben, berichten Rewe-Mitarbeiter. Offiziell will sich Rewe dazu nicht äußern.

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