Handelskonzern will erst 2006 wieder scharze Zahlen schreiben
Holt Karstadt das Scheckbuch raus?

Der bereits sicher geglaubte Sanierungsplan für den angeschlagenen Handelsriesen Karstadt-Quelle ist in Gefahr.

HB DÜSSELDORF. Die Karstadt-Quelle-Aktionäre haben am Montagabend die für das Überleben des Konzerns entscheidende Kapitalerhöhung mit überwältigender Mehrheit gebilligt. Allerdings steht die Umsetzung der Kapitalmaßnahme wegen des Widerspruchs einzelner Aktionäre auf der Kippe. „Da wird das Unternehmen wohl das Scheckbuch herausholen müssen, um diese Aktionäre zu besänftigen. Das ist schon tragisch“, sagte ein Aktien-Händler.

Zwar stimmte am Montagabend auf der außerordentlichen Hauptversammlung in Düsseldorf mit 99,76 Prozent die übergroße Mehrheit des stimmberechtigten Aktienkapitals der geplanten Kapitalerhöhung von 500 Millionen Euro zu. Durch den Aktionärs-Widerspruch kann aber der bereits zugesagte Kredit über 1,75 Milliarden Euro kippen. „Wenn die Kapitalerhöhung blockiert wird, droht der Gesellschaft die Insolvenz“, warnte der Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Middelhoff.

Die Banken haben bereits deutlich gemacht, dass sie die Kapitalerhöhung platzen lassen, falls die Widersprüche nicht zurück gezogen werden. Dann würden die Institute ein erhebliches Risiko sehen, „anfechtungsinfizierte Aktien“ zu platzieren, sagte Karstadt-Quelle-Sprecher Jörg Howe nach Gesprächen mit den Banken. Die Widersprüche müssten spätestens bis Freitag zurückgezogen werden.

Damit die Kapitalerhöhung mit der Ausgabe von 93,041 Mill. Aktien noch in diesem Jahr über die Bühne gehen könne, müsse der zweiwöchige Verkaufsprospekt bis Ende November von der Börse gebilligt werden. „Die Banken werden mit der Platzierung der Aktien nicht beginnen, wenn es die Möglichkeit von Anfechtungsklagen gibt“, sagte Howe. Ohne die Kapitalerhöhung ziehen die Gläubigerbanken aber auch die am Freitag unterschriebenen Kreditverträge zurück.

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