Handelskonzern
Würth denkt über Sparte für Hobbybastler nach

Hersteller wie Bosch und Fischer bieten bereits unterschiedliche Produkte für Heimwerker und professionelle Handwerker an. Auch der Handelskonzern Würth erwägt nun den Einstieg ins Geschäft mit Hobbybastlern.
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KünzelsauDübel für alle: Der Handelskonzern Würth erwägt den Einstieg ins Geschäft mit Heimwerkern. „Darüber wird schon diskutiert“, sagte der als „Schraubenkönig“ bekannte Unternehmer Reinhold Würth der Nachrichtenagentur dpa. „Unter anderem Namen und mit anderen Produkten halte ich das für nicht ausgeschlossen.“

Die Gruppe handelt derzeit mit Montage- und Befestigungsmaterial für professionelle Handwerker und die Industrie. Nach den Plänen des Unternehmens sollen Kunden Dübel & Co künftig häufiger über das Internet kaufen. Der Umsatzanteil im Internet soll den Angaben zufolge in den kommenden fünf Jahren von 10 auf 30 Prozent steigen.

Auch für Heimwerker-Produkte könne das Netz ein möglicher Vertriebsweg sein, sagte Würth. „Das könnte in den kommenden Jahren soweit sein.“ Der als „Schraubenkönig“ bekannte Kaufmann hatte das Unternehmen 1954 von seinem Vater Adolf übernommen und daraus einen international tätigen Handelskonzern gemacht. Der 79-Jährige ist mittlerweile Vorsitzender des Stiftungsaufsichtsrates von Würth.

Derzeit können Privatleute Schrauben, Dübel und Werkzeuge für professionelle Kunden bei Würth nicht selbst bestellen. Das soll sich auch künftig nicht ändern. „Weil unsere Kunden zu seinem großen Teil aus Handwerkern bestehen“, erklärt Würth. „Das würde sicher mit Naserümpfen einhergehen, wenn man das für Privatleute und damit auch für den Schwarzmarkt öffnet.“ Spezielle Heimwerker-Produkte unter anderem Namen könnten die Lösung sein.

Mit eigenen Geräten für Laien wäre Würth keineswegs allein: Auch der Dübelhersteller Fischer der Technikkonzern Bosch setzen längst auf getrennte Produkte für Heimwerker und professionelle Kunden.

Im laufenden Geschäftsjahr will die Würth-Gruppe die Marke von 10 Milliarden Euro beim Umsatz knacken. 2013 waren die Erlöse der Schwaben noch von 9,98 Milliarden Euro auf 9,75 Milliarden Euro gesunken. Als Grund nannten sie neben Währungseffekten und Problemen in Südeuropa auch den Verkauf ihres Solargeschäfts. Rechnet man die aufgegebenen Solaraktivitäten heraus, hätten die Erlöse im Vergleich zu 2012 nahezu stagniert.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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