Handelskonzerne
Metro kappt die Investitionen

Deutschlands größter Einzelhandelskonzern reagiert mit Vorsicht auf die Bankenkrise. „Wir haben die für 2009 geplante Steigerung unserer Investitionen zurückgenommen“, sagte Metro-Vorstandschef Eckhard Cordes gestern bei der Vorlage der Quartalszahlen. Derzeit sei nicht vorhersehbar, mahnte er, wie sich die Konjunktur entwickele.

DÜSSELDORF. Ursprünglich wollte der Düsseldorfer Dax-Konzern im kommenden Jahr deutlich mehr als die für 2008 geplanten 2,2 Mrd. Euro ins Geschäft stecken – nach 2,2 Mrd. Euro im Vorjahr und drei Mrd. Euro 2006. Jetzt aber sollen es nur noch zwei Mrd. Euro werden.

Auch einen weiteren Plan hat Cordes vorerst revidiert: Einen Verkauf der Warenhaustochter Kaufhof werde es vorerst nicht geben, sagte er. Angesichts der Kreditkrise habe dies „keinen Sinn“. Noch im September hatte Metro nach eigenen Angaben JP Morgan beauftragt, einen Käufer für die Kölner Tochter zu suchen. Wie das Handelsblatt erfuhr, brach die Investmentbank ihre Bemühungen jedoch ab, nachdem niemand die geforderte Summe von 3,1 Mrd. Euro zu zahlen bereit war. Die Höhe des aufgerufenen Kaufpreises bezeichnete Cordes gestern als Spekulation.

Trotz der geänderten Pläne hält Metro an der Prognose fest, im laufenden Geschäftsjahr mehr als sechs Prozent zu wachsen. Beim Betriebsergebnis (Ebit) vor Sonderfaktoren soll es sechs bis acht Prozent nach oben gehen.

Nur ein Einbruch im Weihnachtsgeschäft, den Metro indes nicht erwartet, könnte dies noch durchkreuzen. Die gestern vorgelegten Quartalsergebnisse übertrafen sogar die Schätzungen der Analysten. Bei 16,34 Mrd. Euro schaffte der Konzern einen Betriebsgewinn von 346 Mio. Euro. „Die Umsätze und Gewinne von Media-Saturn waren zwar schwach“, kommentierte Commerzbank-Analystin Sandra Fohlmeister, „aber weit entfernt von dem erwarteten Disaster.“

Schon am frühen Morgen hatte Merrill Lynch die Aktie von „underperform“ auf „buy“ hochgestuft. Entsprechend ging es mit dem Kurs der Metro-Aktie steil bergauf. Zeitweise waren die Papiere mit 15 Prozent im Plus und notierten bei 25,30 Euro. Beim Amtsantritt von Konzernchef Cordes vor einem Jahr waren sie allerdings noch 61,25 Euro wert.

Überraschend stabil hat sich im abgelaufenen Quartal die Warenhaustochter Kaufhof entwickelt. Bei einem nahezu konstanten Umsatz von 813 Mio. Euro schafften die Kölner einen Betriebsgewinn (Ebit) von sieben Mio. Euro. Rot blieben die Zahlen dagegen bei Real. Obwohl die in der Sanierung steckende SB-Warenhaustochter in Deutschland flächenbereinigt fünf Prozent mehr umsetzte, blieb am Ende nur ein Betriebsverlust von 32 Mio. Euro. „Wir sind damit absolut im Plan“, bewertete Cordes die Entwicklung.

Sorgen bereitet dem Metro-Chef dagegen die Geschäftsentwicklung der Cash & Carry-Märkte in Großbritannien, Italien und Deutschland. Hier werde man – teilweise mit Stellenstreichungen – jetzt durchgreifen, versprach er. Auch bei Media-Saturn ist das Geschäft ins Stocken geraten. In Deutschland verloren die Elektronikmärkte auf vergleichbarer Fläche 1,3 Prozent ihres Geschäfts, im übrigen Westeuropa sogar 8,3 Prozent. Die Krise habe vor allem Spanien und Italien erfasst, hieß es.

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