Handelsmarken koppeln sich zunehmend von Konjunkturschwankungen ab
Supermärkte können nicht auf Zugkraft der Marke verzichten

„Store Label“, „Generic“, „Private Label“, „Hausmarke“ oder „Handelsmarke“. Die Liste der Bezeichnungen für Eigenmarken, also Artikel, die im Auftrag und nach Vorgabe von Handelsunternehmen gefertigt werden, ist beinahe so vielfältig wie ihre Auswahl in den Regalen. Eigenmarken sind – unabhängig von der jeweils bevorzugten Begrifflichkeit – neben den Herstellermarken fester Bestandteil moderner Supermarkt-Konzepte in Deutschland und Europa. Denn neben der Sortiments-Optimierung leisten sie im Wettbewerb unter den deutschen Lebensmittelhändlern einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Roherträge.

HB DÜSSELDORF. Von 1975 bis 2003 stieg der Anteil der Eigenmarken in Deutschland laut GfK von 11,7 auf 32,1 %. In Europa belegt die Bundesrepublik hinter Großbritannien und Schweiz (je 39 %) den dritten Platz vor Frankreich, Spanien und den Niederlanden. Einen Umsatzschub erlebten die Eigenmarken in Deutschland im Zuge der „Teuro“-Diskussion nach Einführung des Euro, durch die Konsumflaute und durch den Boom bei den Discountern. Im begrenzten Discount-Sortiment nehmen Eigenmarken eine dominierende Stellung ein – mit geschätzten Quoten von über 60 %%. Discounter machen im Schnitt über 80 %% ihres Umsatzes mit Eigenmarken. Inzwischen hat das Statistische Bundesamt den Handel vom Vorwurf der Preistreiberei freigesprochen, wodurch sich die Dynamik der Eigenmarkenexpansion etwas abgeschwächt hat

.

Dennoch ist unverkennbar, dass sich das Wachstum der Eigenmarken von konjunkturellen Schwankungen abzukoppeln beginnt. Noch vor wenigen Jahren waren Eigenmarken klassische Rezessionsprofiteure. Kunden schätzten ihr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis besonders dann, wenn sie den Pfennig zweimal umdrehen mussten. Mittlerweile überzeugen die Eigengewächse auch dann noch, wenn das Geld lockerer sitzt.

Als einer der führenden deutschen und europäischen Lebensmittelhändler hat auch die Kölner Rewe-Gruppe ihre Eigenmarken- Programme in den vergangenen Jahren weiterentwickelt. So führen die Super- und Verbrauchermärkte (Rewe, HL, Minimal, Toom) über 40 Dachmarken mit rund 1 %300 Artikeln. Die bekanntesten sind „Erlenhof“, „Salto“ und „Today“. Discountpreis-Niveau bei den gängigsten 300 Artikeln in den Supermärkten der Gruppe bietet die Marke „ja!“. Rund 300 weitere Produkte tragen das Rewe-Label „Füllhorn“ als Garantie für kontrolliert ökologischen Landbau. Die bundesweit rund 2 %200 Penny-Märkte verfügen über ein eigenes discountorientiertes Eigenmarken-Programm von über 1 %100 Artikeln.

Die Rewe-Gruppe sieht das Erfolgsrezept ihrer Eigenmarken „in der gleichbleibend hohen Qualität, verbunden mit einem besonders günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis“. Strategisch setzt sie auf ein qualitatives Wachstum – jede Eigenmarke muss ins Sortiment passen, eine eigenständige Marktposition anstreben und sich dauerhaft vom Wettbewerb abheben.

Seite 1:

Supermärkte können nicht auf Zugkraft der Marke verzichten

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%