Handelspartner Indien
Bilaterale Blütezeit

Die Wirtschaftsbande zwischen Deutschland und Indien hat eine lange Tradition.Nach 40 Jahren Autarkiestreben und sozialistischer Planung rückt der Subkontinent wieder verstärkt in den Fokus deutscher Firmen.Wie sich Indien zum strategischen Handelspartner und zum Investitionsziel entwickelt, analysiert Oliver Müller.

Auf ihrem Weg ins boomende Asien haben deutsche Manager Indien lange überflogen und landeten statt dessen lieber in China. Doch dies ändert sich. "Bis vor kurzem gab es für deutsche Firmen nur China", berichtet Deutsche Bank-Vorstand Jürgen Fitschen, "aber nun heißt es überall: Wir müssen auch nach Indien."

Reges Treiben meldet auch die Deutsch-Indische Handelskammer. Die Zahl der Interessenten verdoppele sich Jahr für Jahr. "Das wird sich bald in höheren Direktinvestitionen niederschlagen", prophezeit Kammerchef Bernhard Steinrücke. Seit 2004 hat die Anlaufstelle mit fünf Büros in Indien hundert Gründungen begleitet - fast jede Woche eine. Auch Ludwig Georg Braun, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) rechnet in den kommenden Jahren für Indien als Handelspartner "mit mindestens so guten Wachstumsraten wie für China".

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Indien und Deutschland gehen zurück bis ins 16. Jahrhundert als Kaufleute der Fugger und Welser auf der Suche nach Pfeffer und anderen Gewürzen ins Land kamen. Drei Jahrhunderte später, im Jahr 1870, band Siemens Kalkutta mit einer Telegraphenleitung nach London an - ein Vorläufer der Datenautobahn, die heute das Wissen indischer Ingenieure in den Westen pumpen.

Nach der Unabhängigkeit Indiens im Jahr 1947 begleiteten deutsche Firmen die Industrialisierung. Krupp und Demag bauten das Stahlwerk von Rourkela, Bosch eine Zündkerzenfabrik, Bayer ein Farbenwerk. Eine von Daimler-Benz errichtete Lastkraftwagenfabrik bildete den Grundstein für den Aufstieg von Tata Motors zu Indiens führendem Nutzfahrzeughersteller. Als Indien sein Heil in Autarkie und sozialistischer Planung suchte, erlosch das Interesse der deutschen Industrie. Erst nach Beginn der Liberalisierung 1991 kamen viele Firmen zurück. Dabei blieb Indien aber im Schatten von China, das sich stärker öffnete und sich bis heute schneller entwickelt.

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