Handelsriese
Ahold mit Gewinnrückgang

Trotz gestiegener Umsätze zum Jahresanfang hat der niederländische Handelsriese Ahold einen Gewinnrückgang verbucht. Der Metro-Konkurrent erwartet wegen der Konjunkturflaute ein hartes Jahr.
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BrüsselDer größte niederländische Lebensmittelhändler Ahold hat ähnlich wie der deutsche Konkurrent Metro zum Jahresauftakt seine Preisoffensive mit einem Gewinnrückgang bezahlt. Auch nach einem gut angelaufenen zweiten Quartal stellt sich Ahold wegen der Konjunkturflaute auf ein insgesamt schwieriges Jahr ein. Die Verbraucher halten in der Euro-Schuldenkrise und der allgemein schwachen wirtschaftlichen Entwicklung ihr Geld zusammen. Zu schaffen macht Ahold die Kaufzurückhaltung nicht nur am Heimatmarkt, sondern vor allem in den USA, wo der Konzern den größten Umsatz einfährt.

Ahold lockte die Kunden mit niedrigeren Preisen in die Läden. Dies erhöhte den Umsatz in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres zwar um knapp zwei Prozent auf 9,7 Milliarden Euro, Analysten hatten aber mit mehr gerechnet. Auf dem Heimatmarkt macht dem Betreiber der größten niederländischen Supermarkt-Kette Albert Heijn die seit mehreren Quartalen andauernde Rezession zu schaffen. Hier setzte Ahold im Quartal auf vergleichbarer Basis nur 0,2 Prozent mehr um. In den USA, wo der Konzern rund 60 Prozent seiner Umsätze erwirtschaftet, dämpften hohe Spritpreise und die hohe Arbeitslosigkeit die Kauflust. Die Erlöse auf vergleichbarer Basis kletterten nur um magere 0,1 Prozent.

Auch vom Gewinnrückgang wurden die Experten negativ überrascht, sie hatten mit einem Plus von knapp fünf Prozent gerechnet. Der Überschuss sank jedoch um mehr als drei Prozent auf 282 Millionen Euro, das operative Ergebnis sogar um mehr als sechs Prozent auf 416 Millionen Euro. Ahold begründete dies mit den Preissenkungen und höheren Löhnen.

Die Investoren bestraften das Quartalsergebnis mit einem Börsenabschlag von zeitweise mehr als fünf Prozent, auch wenn Ahold-Chef Dick Boer etwas Optimismus verbreitete: "Es bleibt natürlich schwierig, aber das zweite Quartal lief gut an", sagte er. Er rechne damit, dass das Umsatzplus im zweiten Quartal etwas höher ausfallen werde. Boer kündigte zudem an, dass Ahold auch weiter mit Preisnachlässen auf Kundenfang gehen werde.

Auch die Metro bezahlte im ersten Quartal ihre Preisoffensive mit Verlusten. Mit 82 Millionen Euro fiel der Fehlbetrag größer aus als erwartet. Der Umsatz stieg leicht um 2,2 Prozent. Auch die Düsseldorfer hatten sich wie Ahold und etwa auch die belgische Supermarktkette Delhaize mit dem Auftakt zum zweiten Quartal zufrieden gezeigt. Anders als die Konkurrenten musste der größte europäische Einzelhändler Carrefour in den ersten drei Monaten ein Umsatzminus verkraften. Carrefour traf die Zurückhaltung der Konsumenten in den europäischen Krisenstaaten besonders deutlich.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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