Handelsriese
C&A widersetzt sich Kaufhaus-Krise

Der familiengeführte Handelsriese C&A Mode koppelt sich überraschend von der aktuellen Krise der Textilkäufhäuser ab. Wie das 1841 gegründete Traditionsunternehmen gestern in Düsseldorf bekannt gab, legte nicht nur das Geschäft in den insgesamt 18 europäischen C&A-Ländern im abgelaufenen Geschäftsjahr um drei Prozent auf 6,3 Milliarden Euro zu.

DÜSSELDORF. Auch in Deutschland ging es weiter bergauf. Mit einem Bruttoumsatz von 2,95 Mrd. Euro lag der größte Einzelmarkt des Unternehmens 0,6 Prozent über Vorjahr.

Dabei dürfte das vergangene Jahr eines der schwärzesten in der Geschichte deutscher Textilkaufhäuser gewesen sein. Wettbewerber wie Hertie, Wehmeyer und Sinn-Leffers meldeten Mitte 2008 Insolvenz an, vor wenigen Wochen folgten Pohland und Woolworth. Und auch bei den Warenhäusern von Karstadt spitzt sich die Lage zu.

Von all dem ist bei C&A wenig zu spüren, wie Andreas Seitz, Vorstand im Brüsseler Europa-Board, gestern bestätigte. „Wir sind mit attraktiver Mode zu günstigen Preisen solide und wettbewerbsgerecht aufgestellt“, sagte der familienfremde Manager. In Deutschland habe man damit den Marktanteil um 0,1 Prozentpunkte auf 8,9 Prozent ausgebaut, europaweit besitze man inzwischen einen Marktanteil von 5,24 Prozent.

Ein Großteil der Zuwächse sei allerdings neuen Shoperöffnungen zu verdanken gewesen, räumte Seitz ein. Zur Gewinnsituation des Unternehmens hält sich das Management aktuell bedeckt. Im Geschäftsjahr 2007/08 (bis Ende Februar) hatte C&A Deutschland im Geschäftsbericht einen Reingewinn von 121 Mio. Euro ausgewiesen – und damit beachtliche 4,8 Prozent vom Nettoumsatz. Für das jüngste Geschäftsjahr bleibt C&A die Ertragszahlen schuldig. Sie hätten sich „positiv“ entwickelt, blieb Seitz gestern vage.

Trotz eines „herausfordernden Marktes“ – das Unternehmen rechnet mit branchenweiten Nachfragerückgängen in Deutschland und Europa bis zu vier Prozent – will man gegen den Trend investieren, um weitere Marktanteile zu erobern. Allein 2009 sollen zu den bisherigen 1337 Standorten europaweit 100 weitere hinzukommen. 600 Mio. Euro an Investitionsvolumen hat die Inhaberfamilie Brenninkmeijer dazu zur Verfügung gestellt.

Ausgebaut wird nicht nur der Online-Auftritt, der im September 2008 an den Start ging und sich seitdem, so Seitz, vor allem bei der Kindermode erfolgreich entwickelte. Auch die seit März 2008 operierende Billigkette „Avanti“, die preisaggressive Wettbewerber wie Kik und Takko angreift, soll bis Ende 2009 auf insgesamt 25 Discountläden ausgebaut werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%