Handelsriese
Metro kürzt die Dividende

Der Gewinneinbruch bei Handelsriese Metro hat Folgen für die Aktionäre. Der neue Chef Olaf Koch streicht die Dividende zusammen. Mit einer Preisoffensive will der Handelskonzern wieder in die Spur finden.
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DüsseldorfDer Handelsriese Metro streicht nach einem Gewinneinbruch die Dividende für 2012 zusammen. Nach dem ersten Amtsjahr des neuen Chefs Olaf Koch schlug der Metro-Vorstand am Freitag für das Geschäftsjahr 2012 eine Dividende von 1,00 Euro je Stammaktie und 1,06 Euro je Vorzugsaktie vor. Im Vorjahr hatte Metro den Aktionären noch 1,35 Euro je Stamm- und 1,485 Euro je Vorzugsaktie gezahlt. Hintergrund für die Kürzung sind deutlich gesunkene Erträge. Der operative Gewinn (Ebit) vor Sonderfaktoren brach im vergangenen Jahr deutlich auf 1,976 (Vorjahr: 2,37) Milliarden Euro ein. Die im vergangenen Jahr in den MDax abgestiegene Metro-Aktie ging auf Sinkflug und notierte am Morgen mit einem Minus von über drei Prozent bei 22,90 Euro.

Metro leidet unter anderem unter der Krise in den südeuropäischen Schuldenstaaten, doch sind einige Gründe für den Gewinneinbruch auch hausgemacht. Die von Koch eingeleiteten Umbauten führten 2012 zu Belastungen in einer Höhe von 585 Millionen Euro. Unter anderem schlugen Kosten für den Ausstieg von Media Markt aus dem China-Geschäft zu Buche, teilte Metro weiter mit.

Das Ergebnis vor Steuern halbierte sich fast von 1,47 Milliarden Euro auf 810 Millionen Euro, die Steuerquote schnellte auf 87,5 Prozent in die Höhe - unter dem Strich dürfte für das abgelaufene Jahr kaum Gewinn bleiben. Die Dividende muss Koch also aus dem Cash-Flow finanzieren.

Der neue Metro-Chef hatte angekündigt, in seinem ersten Amtsjahr vor allem den Umsatz ankurbeln zu wollen. Koch hatte dazu eine Preisoffensive eingeleitet und den Kundenservice, etwa bei den Großmärkten des Konzerns, verstärkt. Das Osteuropageschäft der Supermarktkette Real hatte er zudem verkauft. Mittel- und langfristig sollten die Maßnahmen zu einer positiven Unternehmensentwicklung beitragen.

Der Handelsriese mit Töchtern wie Media-Saturn, Kaufhof und Real hatte bereits Umsatzzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr genannt. Danach wuchsen die Erlöse im vierten Quartal mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft leicht um 0,5 Prozent auf 19,4 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr stand ein Umsatz von 66,7 Milliarden Euro in den Büchern.

Koch hatte 2012 zahlreiche Rückschläge hinnehmen müssen. Der Konzern musste den Abstieg seiner Aktien aus dem Leitindex Dax verkraften, Koch musste seine Gewinnerwartungen zurücknehmen und wichtige Rating-Agenturen stuften Metro herunter. Den Geschäftsbericht für 2012 will Koch am 20. März vorlegen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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  • Welche Bilanz hat Brüssel vorzuweisen? Der Amtsapparat braucht immer mehr Geld, während um ihn herum die solventen Gläubiger schwinden. Der jüngste Bericht vom Januar 2013 der spanischen Nationalbank beziffert die faulen Kredite auf 192 Milliarden Euro. Brüssel bleibt kaum eine andere Möglichkeit, als die Investoren zu belangen, um sein Überleben zu sichern.
    Die Kaufkraft in Europa zieht sich zurück, während der Kapitalbedarf Brüssels zur Finanzierung der Staatsausgaben ansteigt. Der Konsum ist ein staatsfinanzierter und das funktioniert nicht bis in die Unendlichkeit.
    Die Dachgesellschaften geraten unter Druck, das war absehbar, nicht nur wegen der schwindenden Kaufkraft, auch wegen eines überstarken Preisdrucks, der von der Konkurrenz ausgelöst wird.

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