Handelsriese
Metro prüft Börsengang russischer Großmärkte

Der Handelsriese Metro prüft einen Börsengang seines russischen Großhandelsgeschäfts. Kontakte zu Banken sollen bestehen bereits. Der Gang auf das Parkett könnte mehr als eine Milliarde Dollar einbringen.
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DüsseldorfDer Metro winken aus Russland womöglich Einnahmen von mehr als einer Milliarde Euro. Der Handelsriese prüft „einen Minderheitsanteil von Metro Cash & Carry Russland an die Börse zu bringen“, teilte der Konzern am Dienstag mit und bestätigte damit Informationen der Nachrichtenagentur Reuters. Metro prüfe, einen Teil des Geschäfts an die Börse bringen und einen Teil zu behalten, hatte Reuters zuvor berichtet. Entscheidungen gebe es aber noch nicht, unterstrich ein Konzernsprecher: „Zu den Überlegungen für einen möglichen, teilweisen Börsengang von Metro Cash & Carry Russland gibt es keine Gremienbeschlüsse.“

Mit frischem Geld neuer Investoren könnte Metro-Chef Olaf Koch das Wachstum des dortigen Geschäfts ankurbeln und weiter davon profitieren. Bei den Investoren kamen die Überlegungen gut an: Metro-Aktien legten deutlich zu.

Metro stehe wegen der Börsen-Pläne bereits in Kontakt mit Banken, hieß es in Finanzkreisen weiter. Voraussichtlich die russische Sberbank und die US-Investmentbank Goldman Sachs bereiteten mit Metro den Gang aufs Börsenparkett vor. Ein Volumen von mehr als einer Milliarde Euro sei möglich. Die Überlegungen befänden sich aber noch in einem frühen Stadium, sagte ein Insider. Mit einer Entscheidung noch 2013 sei voraussichtlich nicht zu rechnen.

Metro betreibt rund 70 Cash&Carry-Großmärkte in Russland, der Jahresumsatz lag zuletzt bei rund 4,1 Milliarden Euro. Erst vor 13 Jahren hatte der Handelsriese den Einstieg in Russland beschlossen. Erste Märkte eröffneten danach in der Region um Moskau die Pforten, die Sparte expandierte rasch weiter. Metro war in Russland Branchenbeobachtern zufolge aber langsamer gewachsen als der Gesamtmarkt. Mit neuen Investoren an Bord soll sich dies ändern. Die Sparte Cash&Carry fuhr im ersten Halbjahr einen Umsatz von rund 14,8 Milliarden Euro ein, 5,6 Milliarden Euro davon in Osteuropa. „Russland blieb weiterhin das wichtigste Wachstumsland in der Region“, erklärte Metro bei Vorlage der Zahlen im August.

Koch hat nach seinem Amtsantritt vor knapp zwei Jahren damit begonnen, im Konzern aufzuräumen. Vor einem Jahr hatte er den Verkauf weiter Teile des Osteuropa-Geschäfts der Supermarktkette Real an den französischen Konkurrenten Auchan bekannt gegeben. Die Transaktion sei kein Abschied aus Osteuropa, betonte Koch damals. Mit Media Markt und Saturn sowie seinen Großhandelsmärkten wolle Metro dort weiter wachsen. Dies gelte vor allem für Russland. Koch hat noch eine andere Tochter ins Schaufenster gestellt: Die Warenhaustochter Kaufhof habe langfristig keine Zukunft unter dem Dach der Metro.

Die Liste der Probleme bei dem Handelsriesen ist lang: Metro hatte den Abstieg seiner Aktien aus dem Dax verkraften müssen. Für 2012 hat Koch die Dividende je Stammaktie von 1,35 Euro auf einen Euro zusammengestrichen und damit Stirnrunzeln bei Großaktionären ausgelöst. Im Rumpfgeschäftsjahr 2013 verbuchte Metro fast stagnierende Umsätze. Zudem schwelt der seit Jahren andauernde Streit mit Media-Saturn-Miteigner Erich Kellerhals weiter. Für Europas größte Elektronikhandelskette hätten die Börsenpläne in Russland keine Geltung, hieß es in den Finanzkreisen. Die bezögen sich rein auf die Großhandelsmärkte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Metro verkauft auch was noch gut lief, irgendwann steht die ganze Firma zum Verkauf, ganz schlimm, was aus dem einst gutgehendes Unternehmen geworden ist. Sagenhaft, die Versager, die sich Manager nennen

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