Handelsriese
Metro verkauft britische Großmärkte

Es ist eines dieser Geschäfte, das sich als Sondereffekt in den Büchern wiederfinden wird: Handelsriese Metro trennt sich von seinen Großmärkten in Großbritannien. Der Deal wird ein Loch in Millionenhöhe hinterlassen.
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DüsseldorfDer neue Metro -Chef Olaf Koch zieht angesichts anhaltender Verluste bei den britischen Großhandelsmärkten die Reißleine: Der Düsseldorfer Handelsriese verkauft Makro UK mit 30 Märkten und einem Jahresumsatz von zuletzt 766 Millionen Pfund (knapp 960 Millionen Euro) an die britische Booker Group. "Mit der Booker Group haben wir den richtigen Käufer für unser britisches Geschäft gefunden, das eine für uns unbefriedigende Entwicklung gezeigt hat", betonte Koch am Mittwoch.

Gänzlich beendet ist das Kapital damit für den Vorstandschef aber nicht: Im Gegenzug erhält Metro einen Anteil von knapp zehn Prozent an Booker sowie eine Barzahlung von 15,8 Millionen Pfund. Booker plane dafür eine Kapitalerhöhung. Die Transaktion wird zudem Spuren in den Zahlen des Handelsriesen für das zweite Quartal hinterlassen - eine Abschreibung wird nötig. Metro-Aktien legten am Morgen um rund ein Prozent auf 22,85 Euro zu und zählten damit zu den wenigen Gewinnern im Dax.

Makro UK galt bereits seit Jahren als eines der Sorgenkinder des Handelsriesen. Die Märkte schrieben Verluste, erst vor einem knappen Jahr hatte der Konzern versucht, das Geschäft mit seinen rund 3000 Mitarbeitern durch einen Management-Wechsel wieder in die Spur zu bringen. Vier der fünf Geschäftsführer mussten im vergangenen Sommer ihren Hut nehmen - eine "Restrukturierung und Neupositionierung" wurde damals als Ziel ausgegeben. Nun kommt die Trennung. Der neue Eigentümer Booker hatte sich bislang vor allem auf Catering-Unternehmen und unabhängige Einzelhändler als Kunden konzentriert, mit den Metro-Geschäften kommen nun auch Kunden aus den Bereichen Hotellerie und Restaurants hinzu.

Die Transaktion wird die Bilanz der Metro belasten: Der Konzern erwarte wegen des Buchwerts der britischen Großhandelsmärkte einen negativen Effekt auf den operativen Gewinn (Ebit) in einer Höhe von rund 200 Millionen Euro noch im zweiten Quartal, teilte Metro weiter mit. Diese Ergebnisbelastung will Koch aber als Sondereffekt verbuchen - damit sei sie für die Ebit-Prognose der Metro für das Gesamtjahr nicht wirksam. Koch rechnet für 2012 beim operativen Gewinn vor Sonderfaktoren mit einem Ergebnis in etwa auf der Höhe des Vorjahres - damals lag das Ebit vor Sonderfaktoren bei 2,37 Milliarden Euro.

Metro hatte sich bereits mehrfach aus Märkten zurückgezogen, in denen der Konzern keine Wachstumsperspektiven mehr sieht. 2010 wurden die Großhandelsmärkte in Marokko verkauft, auch von den Saturn-Märkten der Tochter Media-Saturn in Frankreich trennte sich Metro. Koch hatte zuletzt auch die Zusammenlegung der beiden Landesgesellschaften in Spanien und Portugal verfügt und auf den eigentlich geplanten Markteintritt der Großmärkte in Indonesien verzichtet. Koch will sich darauf konzentrieren, in den bestehenden Märkten die Umsätze zu steigern und die Expansion in ausgewählten Ländern wie China, Russland oder der Türkei zu beschleunigen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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