Handelsstudie

Fast jeder Internet-Nutzer kauft online ein

Online-Shopping ist zum Alltag geworden. Selbst Lebensmittel im Internet einzukaufen wird immer beliebter. Auf Kosten des stationären Handels muss die Entwicklung aber nicht gehen, zeigt eine Studie.
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Auch Lebensmittel werden immer öfter im Internet eingekauft. Quelle: dpa
Online-Supermarkt

Auch Lebensmittel werden immer öfter im Internet eingekauft.

(Foto: dpa)

BerlinIn Deutschland kauft heute fast jeder Internet-Nutzer auch im Netz ein, 77 Prozent von ihnen mehrmals im Monat. Deutlich zugelegt habe dabei der Anteil der älteren Nutzer ab 65 Jahren, geht aus einer repräsentativen Studie hervor, die der IT-Branchenverband Bitkom in Auftrag gab.

Sogar Lebensmittel – und das ist eine der letzten großen Bastionen des stationären Handels – kaufen inzwischen 28 Prozent der Internet-Nutzer online ein. Im Jahr 2012 waren es noch 10 Prozent. Den größten Anteil machen dabei zwar haltbare Lebensmittel wie Nudeln aus (87 Prozent), doch 31 Prozent der Befragten lassen sich inzwischen auch frische Produkte wie Gemüse und Milchprodukte liefern.

Während im vergangenen Jahr noch 88 Prozent der Internet-Nutzer im Alter ab 65 Jahren online einkauften, waren es in diesem Jahr bereits 97 Prozent. „Die zunehmende Häufigkeit beim Online-Shopping zeigt, dass die Nutzer mit dem Einkaufserlebnis zufrieden sind“, sagte Achim Berg, Vizepräsident des Bitkom. Insgesamt stieg der Anteil der Online-Shopper unter allen Internet-Nutzern in Deutschland binnen eines Jahres von 94 auf 98 Prozent.

Die beliebtesten Marken im deutschen Online-Handel
PayPal, Thomann und Trusted Shops - deutschen "E-Commerce
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Das E-Commerce Ranking betrachtet im Gegensatz zu anderen Markenrankings nicht ausschließlich Hersteller und Händler, sondern bezieht die kaufvorbereitende Leistung von Serviceplattformen in den frühen Phasen der Entscheidungskette mit ein. Der Grund: Fast 80 Prozent aller Internetkäufe werden nicht spontan gemacht, sondern sind das Ende einer mehr oder weniger langen Entscheidungskette, der so genannten „Customer Journey“.

Zur Bewertung mussten die Internet-Marken bei den Kriterien Vertrauenswürdigkeit, Sympathie, Glaubwürdigkeit, Einzigartigkeit und Attraktivität punkten. Hier sind die Top 10 der beliebtesten Marken im deutschen E-Commerce.

Google
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Platz 10: Google Der Internet-Riese Google schafft es gerade so in die Top 10. Bei der ersten Suche nach Produkten nutzen Online-Shopper die Suchmaschine jedoch am häufigsten von allen. In der Kategorie „Vertrauenswürdigkeit“ liegt das Unternehmen sogar nur auf dem 48. Platz. Nur 13,8 Prozent der Nutzer bewerten die Marke als „sehr vertrauenswürdig“. Dafür punktet Google in Sachen „Sympathie“ (Platz 6) und „Einzigartigkeit“ (Platz 3). In der Kategorie „Attraktivität“ belegt der Suchmaschinen-Primus gar den zweiten Platz.

After cyberattack, eBay recommends password change
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Platz 9: Ebay Das Auktions-Portal Ebay belegt ebenso einen der hinteren Plätze der Top 10. In der Kategorie „Vertrauenswürdigkeit“ steht es auf Platz 21. Ein wenig besser sieht es bei der „Sympathie“ aus: Hier landet das Portal auf Platz 10. Bei der „Einzigartigkeit“ steht Ebay auf Platz 6 und bei „Attraktivität“ sogar auf Platz 3.

TÜV Süd
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Platz 8: s@fer shopping (TÜV Süd) Der Siegelanbieter punktet vor allem bei der „Vertrauenswürdigkeit“ (Platz 5) und bei der „Glaubwürdigkeit“ (Platz 4). Das Portal gehört in dem Markenranking zu den so genannten „Superstars“, genauso wie Google und Ebay: Diese Marken gehören zu den bekanntesten im E-Commerce und werden alles in allem positiv wahrgenommen.

chip
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Platz 7: Chip Die Befragten beurteilten die Marke Chip als relativ vertrauenswürdig (Platz 7), sympathisch (Platz 5), glaubwürdig (Platz 6) und attraktiv (Platz 9). Auch Chip gehört zu den „Superstars“ unter den E-Commerce-Marken.

(Quelle: Screenshot Website)

zooplus
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Platz 6: Zooplus Den Tierbedarfs-Shop Zooplus fanden die Studienteilnehmer besonders sympathisch (Platz 4), glaubwürdig und attraktiv (beides Platz 7). Zooplus wird von in der Studie den „Hidden Champions“ zugerechnet: Diese Marken sind nur einer Minderheit unter den Online-Shoppern bekannt, werden von diesen aber geliebt.

(Quelle: Screenshot Website)

sofortüberweisung
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Platz 5: Sofortüberweisung.de Das System, mit dem man im Internet bargeldlos zahlen kann schafft es in allen Kategorien unter die Top 10. Die Nutzer beurteilten es als vertrauenswürdig (Platz 6), sympathisch (Platz 9), einzigartig (Platz 5), glaubwürdig (Platz 8) und attraktiv (Platz 10). Auch Sofortüberweisungt.de gehört zu den „Hidden Champions“. Den guten Umfragewerten zum Trotz stand der Anbieter zuletzt in der Kritik, weil das System umfangreiche Einblicke in die Konten der Kunden erhält.

(Quelle: Screenshot Website)

Zu den Vorteilen des Online-Einkaufs zählen die Nutzer demnach vor allem die Unabhängigkeit von Ladenöffnungszeiten (71 Prozent), die häufig günstigeren Preise (59 Prozent), ein größeres Angebot (56 Prozent) und die Möglichkeit, sich die Ware liefern zu lassen (37 Prozent).

Am stationären Handel schätzen die Kunden dagegen vor allem, dass sie die Produkte auch anfassen können (75 Prozent), dass sie sie gleich mitnehmen können (74 Prozent), den Wegfall von Versandkosten (45 Prozent) und die persönliche Beratung (42 Prozent der Befragten).

Dass der Online-Handel auf Kosten des stationären Handels geht, bestätigt die Studie dagegen nicht. 80 Prozent der Internet-Nutzer informieren sich zwar selten, manchmal oder regelmäßig im Geschäft und kaufen anschließend online. Umgekehrt machen es allerdings jedoch 89 Prozent der Befragten.

„Bei den Kunden hat längst ein Denken und Konsumieren über die Einkaufskanäle hinweg eingesetzt“, sagte Berg. „Die Chance des Handels besteht darin, diesen neuen Ansprüchen der Verbraucher mit innovativen Lösungen gerecht zu werden.“ Ziel müsse es sein, den Kunden möglichst überall abzuholen. Großes Potenzial hätten etwa sogenannte Cross-Channel-Angebote.

Immerhin könnten sich 46 Prozent der Befragten vorstellen, online Produkte auszusuchen und sie anschließend im stationären Handel abzuholen („click&collect“). An der Lieferung am selben Tag durch einen lokalen Händler nach einem Online-Kauf („Same day delivery“) wären 58 Prozent der Befragten interessiert. Darüber hinaus wünschten sich ebenfalls 58 Prozent der Befragten digitale Serviceangebote im stationären Handel, etwa durch zusätzliche Informationen über das Smartphone.

  • dpa
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