Handwerksbäckereien sind Verlierer: Aldi schiebt Brötchen in den Ofen

Handwerksbäckereien sind Verlierer
Aldi schiebt Brötchen in den Ofen

Nachdem der Discounter Penny bereits erfolgreich frische Brötchen in seinen Filialen anbietet, will nun auch Branchen-Primus Aldi nachziehen und in seinen Lebensmittelfilialen dicke Brötchen backen. Damit bekommt der „Brötchenkrieg“ im deutschen Einzelhandel möglicherweise eine neue Dimension.

HB DÜSSELDORF. Die Regionalkette Aldi Süd fährt nach übereinstimmenden Berichten von Fachblättern bereits einen Praxistest zum Ladenbacken in der Wiesbadener Flachstraße. Die Teiglinge kämen von Europas größtem Backkonzern Kamps, berichtete die „Lebensmittel-Praxis“ in ihrer jüngsten Ausgabe am Montag.

Die Rewe-Tochter Penny ist der Discounter-Vorreiter bei frischen Brötchen, berichtete schon zuvor die „Lebensmittel-Zeitung“. Auf diese Weise könne man sich von der Konkurrenz abheben und außerdem gutes Geld verdienen. Auch Supermärkte rüsten auf, weil Discounter und Selbstbedienungs-Backshops Brot und Brötchen zu Niedrigpreisen anbieten. Branchenkenner schätzen die Zahl der bereits installierten kleinen Backöfen im deutschen Lebensmittelhandel auf bis zu 10 000. Tiefgefrorene Teiglinge sind für die Großbäcker ein wachsender Markt.

Als Verlierer des Discounttrends gelten vor allem die kleinen Handwerksbäckereien, für die Brötchen eine wichtige Ertragsquelle darstellen. Aber auch die bundesweit 65 Groß- und Lieferbäckereien gerieten unter Preisdruck. Der Discounttrend nagt nach Meinung von Branchenkennern auch an der weltweit einmaligen Vielfalt von ungefähr 600 Brotsorten und über 1000 Sorten Kleingebäck in Deutschland.

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