Hanjin: Zweifel an Rettungsplan für insolvente Reederei wachsen

Hanjin
Zweifel an Rettungsplan für insolvente Reederei wachsen

Die Pleite der südkoreanischen Reederei Hanjin hat zu Turbulenzen in der Schifffahrtsbranche geführt. Nun sorgt ein Medienbericht, laut dem der Sanierungsplan scheitern könnte, für neue Unruhe.

SeoulDas zuständige Insolvenzgericht hat einem Bericht zufolge Zweifel an einer Rettung der südkoreanischen Reederei Hanjin geschürt. Ein Sanierungsplan wird nach Aussage des Gerichts „realistischerweise unmöglich“, wenn die vorrangigen Schulden des Konzerns eine Billion Won (rund 800 Millionen Euro) übersteigen, wie die Agentur „Yonhap“ am Mittwoch berichtete. Hanjin-Aktien brachen daraufhin mehr als 20 Prozent ein.

Angesichts eines Schuldenbergs von 4,8 Milliarden Euro Ende Juni stieg die Sorge, die weltweit siebtgrößte Container-Reederei schlittere in die Liquidation. Hanjin muss bis Dezember einen Sanierungsplan vorlegen.

Wegen der weltweit festsitzenden Hanjin-Schiffe wird die Last immer größer. „Zeit ist Geld für einen Spediteur. Deshalb fallen umso mehr Verluste an, je mehr Schiffe warten“, sagte ein Vertreter von Hanjins Heimathafen in der Stadt Busan. In den Gewässern vor Südkoreas größtem Hafen stauen sich mittlerweile 13 Frachtschiffe, wie aus Daten des Pleite-Reeders hervorgeht. Aus Angst, nicht bezahlt zu werden, verweigern viele Häfen Hanjin-Schiffen den Zugang. Deshalb müssen die Riesenfrachter mit ihren Containern wieder den Heimathafen anfahren, wo mittlerweile aber die Kapazitäten knapp werden.

Nach Angaben von Südkoreas Finanzministerium sind mittlerweile 30 Frachter gelöscht. Das Unternehmen verfügte Anfang September über insgesamt 141 Schiffe. Angesichts von im Verhältnis nur wenigen betroffenen Mitarbeitern im Land zeigt sich Südkoreas Regierung bei der größten Pleite in der Branche bislang nicht gewillt, einzuspringen.

Hanjin ist dabei, gecharterte Schiffe an die Besitzer zurückzugeben. Zudem versucht der Konzern, Geld einzusammeln, um die Schiffe zu entladen. Schätzungen gingen davon aus, dass an Bord der weltweit verstreuten Frachter zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags Ende August Waren im Wert von 14 Milliarden Dollar geladen waren. Weltweit leiden Reedereien unter Überkapazitäten und einer abnehmenden Nachfrage.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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