Hannoveraner Modell vor dem Aus
Bahn scheitert wieder im Stadtverkehr

Die Deutsche Bahn ist zum wiederholten Mal dabei gescheitert, in den kommunalen Stadtverkehrsmarkt einzusteigen. Kartellrechtliche Probleme zwingen sie jetzt, sich aus einem Projekt zurückzuziehen, mit dem sie große Hoffnungen verbunden hatte.

DÜSSELDORF. In Hannover dividieren derzeit das kommunale Verkehrsunternehmen Üstra und die Bahn ihre gemeinsame Nahverkehrstochter Intalliance auseinander. Die Aufhebungsverträge liegen bereits zur Genehmigung in den Unternehmensgremien, bestätigen Kreise der beteiligten Firmen übereinstimmend.

Intalliance bietet seit Anfang 2004 den kompletten Nahverkehr im Großraum Hannover, von der S-Bahn über den Stadtbus bis zum „Car Sharing“ aus einer Hand an. Das Gemeinschaftsunternehmen von Bahn und Üstra, an dem auch die NordLB mit 20 Prozent beteiligt ist, kommt auf gut 200 Mill. Euro Jahresumsatz.

Die Grundidee der Kooperation: Vor dem Hintergrund der Liberalisierungspläne der EU wollte sich Üstra für den erwarteten europäischen Ausschreibungswettbewerb von Nahverkehrsleistungen durch die Partnerschaft mit der Bahn strategische Größe verschaffen, um sich gegenüber international aktiven Nahverkehrskonzernen wie etwa Arriva und Véolia behaupten zu können. Die Bahn wiederum lockte der Einstieg in den Milliardenmarkt der kommunalen Verkehrsbetriebe.

Die jetzt anlaufende Rückabwicklung der Intalliance hatte Bahnchef Hartmut Mehdorn schon bei der Präsentation der Halbjahreszahlen des Konzerns im August angedeutet. Zuvor hatte es im Frühjahr im Intalliance-Aufsichtsrat kritische Fragen nach der Zukunft der Partnerschaft gegeben.

Auslöser waren Bedenken des Kartellamtes, das in dem Gemeinschaftsunternehmen eine marktbeherrschende Stellung sieht. Dieser Meinung hat sich mittlerweile der Bundesgerichtshof angeschlossen, die abschließende Bewertung aber an den Kartellsenat des Oberlandesgerichtes Düsseldorf zurückverwiesen. Dieser hat noch nicht entschieden.

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