Hans Van Bylen
Der neue Henkel-Chef klingt wie der alte

Währungsschwankungen und der starke Wettbewerb bremsen Henkel. Der Konsumgüterkonzern konnte zum Jahresstart nur langsam wachsen. Deutlicher stieg dagegen der Gewinn.

HamburgDer neue Henkel-Chef klingt exakt wie der alte: Hans Van Bylen nutzte bei seiner ersten Telefonkonferenz anlässlich der Zahlen zum ersten Quartal genau die selben Formulierungen wie sein Vorgänger Kasper Rorsted. Auch er sprach von einem „anspruchsvollen Umfeld“, sah „Henkel gut aufgestellt für die Zukunft“ und lobte die „Leistungskultur“ in dem Konzern. Einziger Unterschied: Der Belgier spricht mit leichtem flämischem Akzent, wo bei Rorsted die dänische Herkunft durchschien.

Die implizite Botschaft: Mit dem Wechsel zu dem Manager, der bereits seit elf Jahren Chef der Kosmetik-Sparte ist, ändert sich nichts am kapitalmarktorientierten Kurs des Konzerns. Tatsächlich lobten Analysten in ersten Einschätzungen, Henkel habe etwas bessere Quartalszahlen vorgelegt als erwartet. Van Bylen wiederholte Rorsteds Aussage, Henkel werde „seine wichtigsten Ziele“ für seine Mehrjahresstrategie bis Ende des Jahres erreichen. Konkret ist das ein durchschnittliches jährliches Wachstum des Ergebnis je Aktie von zehn Prozent. Das Ziel, den Umsatz bis Ende 2016 auf 20 Milliarden Euro zu steigern, hatte Rorsted bereits auf der Hauptversammlung vor wenigen Wochen gestrichen.

Seine erste eigenständige Marke kann Van Bylen Ende November setzen. Dann wird er die neuen strategischen Ziele verkünden. Allerdings: Auch diesen Termin hatte noch Rorsted angesetzt.

Bei den aktuellen Zahlen profitiert Henkel von wiedergewonnener Stärke in Wachstumsmärkten wie Russland. Ausgerechnet im Heimatmarkt Deutschland macht Henkel der Preiskampf etwa bei Haarpflege in den Drogerien zu schaffen. Der Umsatz schrumpfte leicht.

Der Konsumgüterkonzern Henkel ist im ersten Quartal allerdings nur langsam gewachsen. Währungsschwankungen und der starke Wettbewerb in Westeuropa bremsten den Hersteller von Persil-Waschmittel, Loctite-Kleber oder Schwarzkopf-Shampoo, so dass der Umsatz bis Ende März um 0,6 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro stieg.

Aus eigener Kraft wuchs Henkel hingegen um 2,9 Prozent, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Deutlicher stieg der Gewinn. Operativ verdiente Henkel mit 751 Millionen Euro 6,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Überschuss stieg sogar um fast 12 Prozent auf 525 Millionen Euro.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%