Hapag-Lloyd
Bestes Ergebnis in der Firmengeschichte

Hapag-Lloyd ist auf exzellentem Kurs: Die Hamburger Reederei hat im dritten Quartal weiter von der Erholung der Weltwirtschaft und dem damit einhergehenden Anstieg des Warenverkehrs profitiert. 2010 könnte ein Rekordjahr werden.
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HB MÜNCHEN. Die Reederei Hapag-Lloyd lässt die Krise mit einem satten Gewinn hinter sich und ebnet den Weg für eine Trennung von der ehemaligen Mutter TUI. Dank des boomenden Frachtgeschäfts mit China legte das Betriebsergebnis in den ersten neun Monaten 2010 auf 506 Mio. Euro zu nach einem Verlust von 300 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum, wie Hapag-Lloyd am Dienstag mitteilte. Mit der Quartalsbilanz dürfte TUI nun auf die Suche nach Investoren für ihren Minderheitsanteil an dem Containerschiffkonzern gehen.

„Die sehr gute operative Performance der Hapag-Lloyd sichert uns alle Optionen für eine bestmögliche Verwertung unseres Investments“, sagte TUI-Chef Michael Frenzel. Bis zum Jahresende steigt der Anteil des Tourismuskonzerns an Hapag im Zuge der Umschuldung auf knapp 50 Prozent. Die restlichen Anteile liegen beim Konsortium Albert Ballin, dem unter anderen die Stadt Hamburg, die Kühne Holding und die HSH Nordbank angehören.

Eine Trennung von TUI hatte die Reederei mit der Rückgabe der 1,2 Mrd. Euro schweren Staatsbürgschaft und dem Start der laufenden Umschuldung bereits vorbereitet. Als mögliche Szenarien kommen ein Börsengang, sowie ein Verkauf der Anteile an die übrigen Hapag-Eigner oder einen Finanzinvestor in Frage.

Mit dem Erlös könnte TUI dann die britische Tochter TUI Travel übernehmen, an der der hannoveraner Konzern knapp 57 Prozent hält.

Noch vor einem Jahr mussten Finanzspritzen der Eigentümer und eine Staatsbürgschaft - die allerdings nie in Anspruch genommen wurde - Hapag vor dem Untergang bewahren. In der Wirtschaftskrise brach der Welthandel ein und riss tiefe Ertragslücken in die Bilanzen der Reedereien.

Nun ziehen die Frachtraten wieder deutlich an - bei Hapag allein im dritten Quartal um 43 Prozent. Von der Erholung profitiert auch die Konkurrenz: Der dänische Schifffahrtskonzern A.P. Moller-Maersk hat nach einem geschäftsträchtigen Sommer erst vergangene Woche seine Prognose erhöht und erwartet nun für das laufende Jahr einen Gewinn von rund fünf Mrd. Dollar.

Durch den Aufschwung verbesserte sich auch die Finanzlage von Hapag. Die Nettoverschuldung sank im Vergleich zu Ende 2009 um 41 Prozent auf 746 Mio. Euro, während sich die Eigenkapitalquote auf 56 von 49 Prozent erhöhte. Um finanziell schnell wieder auf eigenen Beinen zu stehen, hatte Hapag zuletzt mehrere hundert Mio. Euro am Anleihemarkt eingesammelt.

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