Hapag-Lloyd
Deutschlands größter Reeder soll an die Börse

Die deutsche Reederei Hapag-Lloyd soll auf einen Börsengang vorbereitet werden. Darauf haben sich die Eigentümer des Schifffahrtunternehmens geeinigt. Für den Reisekonzern Tui könnte damit ein lange gehegter Wunsch endlich in Erfüllung gehen.
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HB HAMBURG/HANNOVER. Die Eigner der größten deutschen Linienreederei Hapag-Lloyd bereiten sich auf einen Börsengang vor. Daneben werde weiterhin nach strategischen und Finanzinvestoren gesucht, die langfristig eine Minderheitsposition an dem Unternehmen halten wollen, teilten der Tourismuskonzern TUI und das Konsortium „Albert Ballin“ in einer gemeinsamen Erklärung in Hamburg mit.

Zum Jahresende werde nach einer bereits angekündigten Kapitalmaßnahme „Albert Ballin“ 50,2 Prozent und die TUI 49,8 Prozent an Hapag-Lloyd halten. Die TUI hatte seit längerem angekündigt, sich von der Schifffahrt zu trennen und auf Tourismus konzentrieren zu wollen.

Im Sommer hatte der Tui-Aufsichtsrat auf der Touristenhochburg Mallorca getagt, um über die künftige Konzernausrichtung in die Wege zu leiten. Tui-Chef Michael Frenzel wollte schon damals einen reinen Touristikkonzern schaffen und die Beteiligung an Hapag-Lloyd möglichst bald abstoßen. Schlüssel für die Ausweitung des Reisegeschäfts ist also der Verkauf der Hapag-Anteile. Und dazu hieß es im Konzern bisher: Wir haben keine Eile. Frenzel will den höchstmöglichen Preis erzielen.

Schon vor zwei Jahren nach dem Mehrheitsverkauf der Hapag-Lloyd hatte der Aufsichtsrat den Auftrag erteilt, Möglichkeiten zum Ausbau des touristischen Geschäfts auszuloten. Doch die Tui musste das Geld in die Rettung der Reederei stecken, die durch die Wirtschaftskrise mit dem deutlich geschrumpften Welthandel an den Rand des Ruins geraten war. 43,3 Prozent blieben bei Tui - sonst wäre das Projekt geplatzt.

Längst geht es aber wieder aufwärts mit der Containerschifffahrt. Die Reederei erzielte von April bis Juni beim operativen Ergebnis den höchsten Quartalsgewinn ihrer Geschichte. Beobachter sehen daher Anzeichen dafür, dass die Zeit für die angekündigte Trennung gekommen sein könnte. Und Frenzel könnte ins Reisegeschäft investieren. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten.

Dazu gehört ein Ausbau der lukrativen Angebote von exklusiven Hotels oder auch Kreuzfahrten. Tui war mit einem eigenen Schiff im vorigen Jahr in diesen Markt eingetreten, der immer noch als sehr chancenreich gilt. Im dritten Quartal war die "Mein Schiff" zu 93 Prozent ausgelastet. Im nächsten Jahr soll ein weiteres Schiff in See stechen. Weitere könnten folgen.

Tui Travel und Mordaschows S-Group waren vor gut einem Jahr mit einem Gemeinschaftsunternehmen in Russland an den Start gegangen. Daran ist Tui Travel mit 49 Prozent beteiligt. Seit Anfang dieses Jahres ist in Russland die neue Dachmarke Tui Russia etabliert. Auch in China und Indien hat Tui schon sondiert.

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