Hapag-Lloyd
Klar Schiff für die Börse

Hapag-Lloyd macht wieder Gewinn und kann nun mit Volldampf auf die Börse zusteuern. Doch die Krise in der Containerschifffahrt geht an Deutschlands größter Linienreederei nicht spurlos vorbei.
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DüsseldorfDeutschlands größte Linienreederei Hapag-Lloyd hat nach der Fusion mit dem chilenischen Konkurrenten CSAV den Turnaround geschafft. Das Ergebnis des Hamburger Konzerns von 157 Millionen Euro im ersten Halbjahr bestärkt Vorstandschef Rolf Habben Jansen darin, mit dem Zusammenschluss die „richtige Entscheidung“ getroffen zu haben. Für das Geschäftsjahr 2015 erwartet der niederländische Manager ein positives operatives Ergebnis. Im Vorjahr schrieb Hapag-Lloyd hohe Verluste.

Die traditionsreiche Reederei bereitet sich seit Monaten auf einen neuen Versuch vor, an die Börse zu gehen. Habben Jansen hat die Deutsche Bank, Goldman Sachs und die Privatbank Berenberg mit den Vorbereitungen beauftragt. Ob die Platzierung aber tatsächlich in diesem Herbst schon stattfinden wird, wie zuletzt spekuliert wurde, ist offen. Im Zwischenbericht finden sich dazu keine Informationen; Habben Jansen hatte im März von einer geplanten Erstnotierung „bis Mitte kommenden Jahres“ gesprochen.

Hapag-Lloyd hat bereits zwei Gelegenheiten für einen Börsengang verpasst, zuletzt im Frühjahr 2011. Damals durchkreuzte die Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima den Plan. Zehn Jahre zuvor zerplatzte der Traum mit der Internetblase an den Börsen. Der damalige Großaktionär Tui hätte nach dem massiven Einbruch an den Märkten nicht mehr den erhofften Erlös erzielt und blies deshalb den IPO ab. Der deutsch-britische Reisekonzern ist auch heute noch mit 13,9 Prozent an Hapag-Lloyd beteiligt, allerdings nicht mehr der maßgebliche Anteilseigner.

Der kommt inzwischen aus Chile. Das ist eine Folge des 2014 vollzogenen Zusammenschlusses mit der chilenischen Reederei CSAV. Deren Holding hält jetzt 34 Prozent der Stimmrechte. Weitere Großaktionäre sind die Stadt Hamburg und der Logistikunternehmer Klaus Michael Kühne. Tui gilt allerdings als die weiterhin treibende Kraft hinter einem Börsengang und will seine Anteile möglichst bald abstoßen.

Doch Habben Jansen, der seit gut einem Jahr auf dem Chefsessel sitzt, will sich nicht drängen lassen. Er warte auf ein günstiges Umfeld, sagte er noch im Frühjahr. Unbestätigten Berichten zufolge gehen die Investmentbanken von rund fünf Milliarden Unternehmenswert aus.

Am Finanzmarkt schien die Lage für einen Börsengang bis vor kurzem wegen der hohen Aktienkurse so gut wie schon lange nicht mehr zu sein. Doch nun könnten die wirtschaftliche Entwicklung in China und Zinswende in den USA die Pläne wieder ins Wanken bringen.

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