Harald Pinger "koordiniert" übergangsweise den Vorstand
Karstadt-Quelle-Chef Achenbach geht

Karstadt-Quelle-Chef Christoph Achenbach ist mitten in der Sanierung des angeschlagenen Handelskonzerns von seinem Posten zurückgetreten, das teilte der Aufsichtsrat des Unternehmens am Donnerstag mit.

HB ESSEN. Auch der nach tagelangen Spekulationen erwartete Schritt Achenbachs brachte am Donnerstag jedoch keine Klarheit über die Zukunft des angeschlagenen Handelsriesen. Mit Finanzchef Harald Pinger übernimmt zwar ein ausgewiesener Finanzexperte das Ruder - allerdings nur vorübergehend. Nach einem neuen Spitzenmann wird unterdessen international mit Hochdruck gesucht.

Gerade einmal zehn Monate hatte sich Achenbach an der Spitze des Konzerns halten können. Die Abwärtsspirale hatte er jedoch trotz des eingeleiteten harten Sanierungskonzepts nicht stoppen können. Beobachter erwarten nun eine weitere Verschärfung des Sanierungstempos. Unter den rund 100 000 Beschäftigten wächst die Furcht vor weiteren Einschnitten und einer möglichen Zerschlagung des Konzerns.

Interims-Chef Pinger hatte in den vergangenen Monaten in den Verhandlungen mit den Banken das finanzielle Überleben des angeschlagenen Konzerns sichergestellt. Er war vor einem halben Jahr vom Gasehersteller Messer-Griesheim nach Essen gewechselt - zuvor war der Posten des Finanzchefs bei Karstadt-Quelle mehr als ein Jahr unbesetzt gewesen. Vor dem Rücktritt von Achenbach war auch darüber spekuliert worden, dass Pinger dessen Nachfolger werden könnte. Der zuvor ebenfalls als möglicher Nachfolger gehandelte frühere Karstadt-Vorstand Klaus Eierhoff, derzeit Vorstandschef des Luxemburger Logistik-Konzerns Thiel, hatte eine Rückkehr in die Essener Konzernzentrale abgelehnt.

In Verhandlungen mit den Banken hatte Pinger in den vergangenen Monaten eine Verlängerung der Kreditlinie von 1,75 Mrd. € erreichen können und so zumindest kurzfristig das Überleben des Handelskonzerns gesichert. Auch bei den Anteilseignern konnte er bereits wenige Wochen nach seinem Amtsantritt eine Kapitalerhöhung erfolgreich durchsetzen. Achenbach sei bei den Banken als Gesprächspartner nicht so ernst genommen worden, wie es notwendig gewesen wäre, wurde am Donnerstag in Bankenkreisen kritisiert. Auch mit seinem Führungsstil habe sich der eher spröde wirkende Manager wenig Freunde gemacht.

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