Harte Spielregeln für Kunden
Autovermieter bremsen im Billig-Markt

Was Flugreisenden recht ist, wird auch Mietwagen-Kunden billig. In der Branche der Autovermieter entsteht ein Low-Cost-Geschäft – mit lockenden Billigangeboten via Internet. Neben den großen Spielern gibt es Branchen-Neulinge mit originellen Ideen. Allerdings: Das Billig-Segment wächst langsam und nur punktuell.

DÜSSELDORF. Ein Mietauto für 99 Cent – bei zwölf Wochen Vorausbuchung, aber nur mittwochs: Das bislang wohl günstigste Angebot galt nur kurz, weil der Berliner Newcomer Navicar da doch kein Geld verdiente. Nur einen Cent mehr kostet ein Smart bei Laudamotion in München – pro Tag, und es gibt 60 Wagen. Der Mieter verpflichtet sich, mindestens 30 Kilometer zu fahren, denn die Autos sind rollende Werbeflächen, derzeit gebucht von Air Berlin und einem Privatradio. Von denen holt sich die in Österreich gegründete Firma des ehemaligen Formel 1- und Jet-Piloten Niki Lauda ihren Umsatz.

Kleinst- und Kleinwagen, die per Internet-Buchung ab fünf oder neun Euro am Tag geordert werden, gibt es auch bei anderen. „Eine schöne Nische“ sei das Low-Cost-Geschäft, sagt Philippe Guyot, Chef von Europcar in Deutschland. Er kann sich vorstellen, dass der billige Mietmarkt in einigen Jahren rund 200 Mill. Euro umsetzt, ein Zehntel des deutschen Gesamtmarkts. Von zehn Prozent Neugeschäft, sagt der Chef der Volkswagen-Tochter, sei er noch ein Stück entfernt.

Branchenprimus Sixt peilt nach dem Start 2003 für das laufende Jahr Erlöse von zehn Mill. Euro aus dem Billiggeschäft an, sagt Vorstandschef Erich Sixt. Das sind knapp vier Prozent Umsatzanteil. Sixt rechnet allerdings mit einem anhaltend zweistelligen Wachstum in den nächsten Jahren und will auch in diesem Markt die Nummer 1 sein. Bei Avis heißt es dagegen eher bescheiden: „Da ist ein Bedarf, und wir machen mit.“

Von den großen Anbietern will lediglich Hertz nicht mitspielen. Deutschland-Chef Remy Keijzer beobachtet den Markt „sehr genau und interessiert“. Er meint, dass viele Tiefstpreise lediglich Lockvogel-Angebote mit zusätzlichen verdeckten Kosten für den Kunden seien. Mit Spezialtarifen im Internet sei die Ford-Tochter auch ohne Billig-Strategie „mehr als wettbewerbsfähig“.

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