Hartes Sanierungsprogramm
Zeitung: Arcandor vor weiteren Einschnitten

Der angeschlagene Touristik- und Handelskonzern Arcandor plant offenbar weitere deutliche Einschnitte. Laut einem Pressebericht will sich Arcandor von Premium-Warenhäusern trennen. Außerdem sollten Standorte geschlossen und Stellen gestrichen werden.

HB MÜNCHEN. Der angeschlagene Handels- und Touristikkonzern Arcandor plant laut einem Pressebericht ein hartes Sanierungsprogramm mit zusätzlichen Stellenstreichungen, der Abgabe von Edel-Warenhäusern und Standortschließungen. Neben der Verlängerung des laufenden Kreditprogramms von 650 Millionen Euro, sollen zusätzliche Kredite von bis zu 800 Millionen Euro und eine Kapitalerhöhung ermöglicht werden, berichtet die „Euro Am Sonntag“ (EamS) am Freitag vorab unter Berufung auf Bankenkreise.

Der hochverschuldete und rote Zahlen schreibende Arcandor-Konzern besteht aus den Bereichen Touristik (Thomas Cook), Versand (Primondo) und Warenhaus (Karstadt). Einziger Ergebnisbringer ist derzeit die Touristik, während die Warenhäuser und auch der Versand besonders unter der anhaltenden Konsumflaute zu leiden haben. Bei beiden Sorgenkindern hat der Konzern bereits Einschnitte angekündigt.

Laut „EamS“ will sich Arcandor bei den Karstadt-Warenhäusern künftig auf das mittlere Preissegment konzentrieren und sich von den so genannten Premium-Häusern trennen, zu denen das KaDeWe in Berlin, das Alsterhaus in Hamburg oder das Oberpollinger in München gehören. Außerdem sollten Standorte geschlossen und im Versand Stellen gestrichen werden. Auch sei ein gemeinsamer Einkauf von Karstadt und Primondo geplant zwecks Kosteneinsparungen.

Ein Arcandor-Sprecher verwies darauf, dass Vorstandschef Karl-Gerhard Eick bereits bei der Hauptversammlung im März ein Konsolidierungsprogramm angekündigt habe. Dies werde rechtzeitig vor der anstehenden Finanzierungsrunde im Juni veröffentlicht. Eick habe auch Gespräche auf politischer Ebene Gespräche geführt, um staatliche Förderprogramme auszuloten. Eine Entscheidung dazu sei aber noch nicht gefallen. Natürlich führe der Konzern auch Gespräche mit den Banken, was die Refinanzierung angehe. Zu den von der „EamS“ genannten Maßnahmen wollte sich der Sprecher nicht äußern.

Laut der Zeitung sind die Restrukturierungspläne diese Woche mit den wichtigsten Kreditgebern besprochen worden. Um die Banken zum Mitmachen zu bewegen, würden Hauptaktionäre wie das Bankhaus Oppenheim und die Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz eine „namhafte Kapitalerhöhung“ zeichnen. Auf einer kurzfristig einberufenen Sitzung solle der Aufsichtsrat an diesem Sonntag den Plänen zustimmen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%