Hauptstadtflughafen BER Betreiber setzen auf angeschlagene Air Berlin

Der Zeitplan ist mal wieder enger geworden auf der BER-Baustelle, an der Eröffnung 2017 wird aber nicht gerüttelt. Man plant sogar für die Zeit danach. Doch da gibt es einen großen Unsicherheitsfaktor.
Die angeschlagene Air Berlin soll größter Kunde des Flughafens BER werden. Doch die angeschlagene Billig-Airline will umbauen. Quelle: Reuters
Größter Kunde

Die angeschlagene Air Berlin soll größter Kunde des Flughafens BER werden. Doch die angeschlagene Billig-Airline will umbauen.

(Foto: Reuters)

Berlin/SchönefeldDie BER-Flughafengesellschaft setzt trotz möglicher Einschnitte bei Air Berlin weiter auf die zweitgrößte deutsche Airline. „Air Berlin ist immer noch unser größter Kunde“, sagte Flughafenchef Karsten Mühlenfeld am Donnerstag in Schönefeld. „Wir wünschen uns alle, dass sie uns lang erhalten bleibt und nichts einschränkt.“ Die angeschlagene Air Berlin fliegt seit Jahren Verluste ein. In den vergangenen Tagen hatte es Spekulationen gegeben, die Gesellschaft könne ihr Engagement in Berlin zugunsten von Düsseldorf einschränken.

„Es gibt in der Frage zur Zeit kein Ja und kein Nein von Air Berlin“, sagte Mühlenfeld. Nach Angaben der Geschäftsführung sei noch nichts entschieden. Air Berlin hatte einen Umbau angekündigt. Vorstandschef Stefan Pichler hatte aber noch keine Details genannt. Zudem muss die Gesellschaft um Flüge bangen, die sie gemeinsam mit dem Großaktionär Etihad anbietet, der die Berliner finanziell über Wasser hält. Kurz vor Beginn des Winterflugplans sind dazu Verhandlungen auf Regierungsebene mit den Vereinigten Arabischen Emiraten vereinbart.

Die Flughafen-Betreiber rechnen damit, dass die jährlichen Passagierzahlen bis 2025 von 28 Millionen auf über 40 Millionen steigen, zehn Jahre später werde die Schwelle von 50 Millionen überschritten. Das Wachstum ist fest einkalkuliert, denn der neue Hauptstadtflughafen soll wenige Jahre nach der geplanten Eröffnung 2017 Gewinn erwirtschaften. „Ab 2020 können wir uns selber finanzieren“, sagte Mühlenfeld. „Ab Mitte der 20er Jahre werden wir in der Lage sein, unsere Schulden zurückzuzahlen.“ Die aktuellen Kosten bezifferte er auf 5,34 Milliarden Euro - ohne anstehende Erweiterungen und Zinsen.

Ein Sprecher des neuen Hauptstadtflughafens bekräftigte unterdessen eine Eröffnung im Jahr 2017. „Ziel ist und bleibt die Eröffnung im zweiten Halbjahr 2017. Daran ändern auch anderweitige Spekulationen nichts“, sagte Ralf Kunkel am Donnerstagabend der Deutschen Presse-Agentur. Damit reagierte er auf einen „Bild“-Bericht, wonach der BER womöglich erst Ende März 2018 eröffnet werde. Das Blatt beruft sich auf interne Planungsunterlagen und Aufsichtsratskreise. Demnach gebe es „strukturelle Probleme“ auf der Baustelle, die zu der Verschiebung führten.

Die guten und die ganz schlechten Flughäfen
Platz 29: Flughafen Mannheim
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Eine Dornier 328 steht vor dem Tower und der Abflughalle des Mannheimer Flughafens (Archivbild). Der Airport weist laut der Studie teils erhebliche Mängel auf. Demnach fehlen an den Start- und Landebahnen dringend notwendige Auslaufzonen. Note: 3,6.

Die Betreibergesellschaft des Mannheimer City Airports kritisierte, dass der Check nur die reinen Ausstattungsmerkmale berücksichtige, nicht aber die Verkehrsmenge, die individuellen Maßnahmen zur Risikoabwehr oder das besondere Training der Crews. Die in Mannheim nicht vorhandenen Freiflächen würden durch zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen kompensiert, die es an anderen Flugplätzen so nicht gebe.

Platz 28: Flughafen Heringsdorf
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Der Regionalflughafen in Heringsdorf auf der deutschen Insel Usedom ist einer der ältesten Flughäfen Deutschlands. Er wurdet 1925 eröffnet. Er ist als Verkehrsflughafen klassifiziert und liegt auf dem Gebiet der Gemeinden Garz und Zirchow. Zum Flugangebot zählen innerdeutsche Linienflüge, Charterflüge zu ausländischen Zielen für Urlauber und Geschäftsreisende sowie Rundflüge. Note: 2,9.

Platz 28: Flughafen Memmingen
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Der 2004 als Verkehrsflughafen zugelassene Platz in Memmingen, auch Flughafen Allgäu, ist der kleinste seiner Art in Bayern, und der am höchsten gelegene Airport in Deutschland. Note: 2,9.

Platz 26: Flughafen Lübeck
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Was für Mannheim gilt, gilt auch für den Flughafen Lübeck. Die von der internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) geforderte Auslaufzone am Ende der Landebahn sorgt dafür, dass ein Flugzeug im Fall eines Hinausrollens über die Piste abgebremst wird. In Lübeck mangelt es daran. „Trotzdem ist das Gesamtbild auch an diesen Flughäfen noch befriedigend“, sagte Studienautor und Flugkapitän Wolfgang Starke. Note: 2,9.

Platz 25: Flughafen Saarbrücken
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Der Airport Saarbrücken-Ensheim (Archivbild) ist defizitär und wäre 2014 fast geschlossen worden. Doch dann fiel die Entscheidung gegen den Flughafen im nur 30 Kilometer entfernten Zweibrücken aus – gut für Saarbrücken. Note: 2,5.

Platz 25: Flughafen Weeze
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Für die mangelhafte Auslaufzone auf dem Flughafen Weeze vergibt die Vereinigung Cockpit die Schulnote 4,0. Alle anderen Kriterien werden besser bewertet. Deswegen reicht es für die Note: 2,5.

Platz 25: Flughafen Westerland
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Der Flughafen Westerland auf Sylt liegt zwei Kilometer östlich des Zentrums des Hauptortes im Ortsteil Tinnum. Air Berlin fliegt Sylt ganzjährig ab Düsseldorf bis zu dreimal täglich an. Kritik der Tester: die Landebahnen und die Parkmöglichkeiten für die Flieger. Note: 2,5.

Auch Mühlenfeld zeigte sich erst am Mittag bei einem Baustellenbesuch in Schönefeld zuversichtlich, dass die Inbetriebnahme wie angekündigt im zweiten Halbjahr 2017 gelingen werde - jedoch eher im letzten Vierteljahr. Der Zeitplan für den Hauptstadtflughafen war nach vier geplatzten Eröffnungsterminen zuletzt erneut unter Druck geraten, die Pleite des Gebäudetechnikausrüsters und Umplanungen brachten einen Verzug von drei bis vier Monaten.

Die Sanierung des Terminals ist zur Hälfte abgeschlossen, nach dem Plan vom vergangenen Dezember sollten eigentlich schon 60 Prozent erreicht sein. Technikchef Jörg Marks berichtete in Schönefeld von Fortschritten: Bis Jahresende werden demnach 5500 Kilometer Kabel neu- oder umverlegt sein, in Teilen des Abfertigungsgebäudes gehen die ersten Brandschutzanlagen in Betrieb. Dass sie funktionieren, sei vorwiegend in Simulationen nachgewiesen worden. Heißgasrauchversuche stehen noch aus.

  • dpa
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