Hauptstadtflughafen BER Flughafenchef geht – Staatssekretär soll es richten

Der Berliner Flughafenchef Karsten Mühlenfeld verlässt den BER vorzeitig. Der Manager hat bereits am Wochenende eine vorzeitige Vertragsauflösung unterschrieben. Sein Nachfolger wird ein Berliner Staatssekretär.
Update: 06.03.2017 - 15:02 Uhr 9 Kommentare
Laut einem Medienbericht räumt der Manager seinen Chefposten bei der Berliner Flughafengesellschaft. Quelle: dpa
Karsten Mühlenfeld

Laut einem Medienbericht räumt der Manager seinen Chefposten bei der Berliner Flughafengesellschaft.

(Foto: dpa)

BerlinDie Tage von Geschäftsführer Karsten Mühlenfeld am neuen Hauptstadtflughafen sind nach zwei Jahren gezählt. Mühlenfeld hat nach Handelsblatt-Informationen bereits am Wochenende eine vorzeitige Vertragsbeendigung unterzeichnet. Laut „Tagesspiegel“ wird Mühlenfeld, dessen Jahresgehalt 500.000 Euro beträgt, bis Jahresende bei vollen Bezügen freigestellt. Für das nächste Jahr erhalte er noch einmal 80 Prozent seiner Bezüge. Regulär würde sein Vertrag noch bis 2020 laufen.

Mühlenfelds Nachfolger steht schon fest: Der Berliner Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup wird neuer Geschäftsführer der Berliner Flughäfen. Zudem verlässt Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) den Aufsichtsrat des Unternehmens, wie dieser am Montag ankündigte. Dies sei aus Compliance-Gründen notwendig. Lütke Daldrup sei eine gute, sachgerechte und schnelle Lösung, sagte Müller. Die Suche nach einem externen Manager mittels eines Personalvermittlers hätte mindestens ein halbes Jahr gedauert.

Müller kündigte an, dass der Bauleiter für den neuen Hauptstadtflughafen, Jörg Marks, seine Arbeit wieder aufnehmen werde. Mühlenfeld hatte den Ingenieur freigestellt, nachdem auf der Baustelle mehrere Termine verfehlt worden waren. Weil Mühlenfeld den Personalwechsel gegen den Willen des Aufsichtsrat vollzog, war die Führungskrise im Unternehmen entstanden.

Der Bund und Berlin sahen das Vertrauensverhältnis zu Mühlenfeld erschüttert. Sie waren aber in der Nacht zum vergangenen Donnerstag im Aufsichtsrat vorerst damit gescheitert, Mühlenfeld zu entlassen. Der Mit-Eigentümer Brandenburg hatte sich in der Sondersitzung noch gegen Mühlenfelds Entlassung gesperrt, signalisierte am Wochenende aber bereits Kompromissbereitschaft. Die Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bund sind gemeinsam Eigentümer des Unternehmens, das den krisenbehafteten Berliner Großflughafen baut.

Die Eröffnung des Flughafens ist seit dem Baubeginn im Jahr 2006 schon fünf Mal verschoben worden. Inzwischen ist das Projekt gut fünf Jahre in Verzug. Grund sind Technikprobleme, Fehlplanungen und Baumängel. Aber auch Personalwechsel führten wiederholt zu Verzögerungen.

Mit der Ablösung Mühlenfelds gibt es nach zwei Jahren den nächsten Führungswechsel bei dem politisch umkämpften Flughafen-Projekt. Airlines hatten zuvor davor gewarnt, sich von Mühlenfeld zu trennen. Sie fürchten weitere Verzögerungen an dem Flughafen.

Lütke Daldrup wird bereits der vierte Flughafenchef seit dem Baubeginn des BER 2006. Rainer Schwarz hatte wegen der geplatzten Eröffnung 2012 und des Krisenmanagements danach 2013 seinen Hut nehmen müssen. Sein Nachfolger Hartmut Mehdorn blieb bis März 2015 zwei Jahre lang am BER. Er trat nach Konflikten mit dem Aufsichtsrat zurück.

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9 Kommentare zu "Hauptstadtflughafen BER: Flughafenchef geht – Staatssekretär soll es richten"

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  • Eine Katastrophe jagt die nächste!
    Nicht nur unsere tollen Brandschutzbestimmungen sind das Übel, sondern vor allem Politiker, die mit Ahnungslosigkeit gesegnet sind. Bei der Elbphilharmonie hat es auch erst dann funktioniert, als sich diese Kaste nicht mehr eingemischt hat.

  • Ich setze auf Eröffnung 2035.

    Von Lüthke D nie etwas gehört ein NO-Name.....kann man kennen muss man aber nicht

    ....acht Jahre später ist der Flughafen noch immer nicht fertig gestellt. Schlimmer noch: Die Führung entgleitet der Politik nun vollends. Noch-Chef Karsten Mühlenfeld wird das Unternehmen vorzeitig verlassen. Ihm folgt Engelbert Lütke Daldrup – ein Staatssekretär aus Berlin.

  • Wieder ein Politiker der sich als Manager versucht, um Gottes Willen....!

  • Der nächste, der für eine kurze Zeit einen hochbezahlten Job braucht.
    Wurde der weggelobt?

  • Hier stimmt die Überschrift ! Chef muss gehen ! ... und das bei einem Flughafen wo sonst die Chef`s schon mal rausfliegen . Aber in Berli geht Fliegen nicht , deshalb muss "Chef" gehen .

  • Alle bisher an BER beteiligten "Führungs"-kräfte konnten zeigen, wie man mit Nichtkönnen ein Maximum für sich selbst herausholen und alle Kosten auf den Steuerzahler abwälzen konnte. So geht in der Politik Leistung und Verantwortung.
    Wahrscheinlich würden sich diese Kapazitäten beim Wechseln einer Glühbirne genau so schwer tun.

  • Und wenn du denkst, schlimmer wird´s nicht mehr, kommt von irgendwo ein Beamter daher.

  • Zudem verlässt Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) den Aufsichtsrat des Unternehmens, wie dieser am Montag ankündigte.

    Wie sagt man so schön: "die Ratten verlassen das sinkende Schiff......"

  • ich glaub ein einfacher Kaufmann würde den BER schneller hinbekommen als ein überbezahlter Manager in Form des Möchtegern-Weltretters...probiert es doch einmal aus, was habt ihr bitteschön zu verlieren? Die Glaubwürdigkeit ist ohnehin schon weg..

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