Hauptstadtflughafen

BER soll angeblich im Herbst 2020 eröffnen

Ist es im Herbst 2020 so weit? Die erste Passagiere könnten dann laut einem Bericht am Hauptstadtflughafen BER einchecken. Es wäre nicht der erste Eröffnungstermin, und auf der Baustelle ist noch viel zu tun.
Update: 13.12.2017 - 13:36 Uhr Kommentieren
BER soll angeblich im Herbst 2020 öffnen Quelle: dpa
Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg

Einige Bauarbeiten stehen noch an, trotzdem: Eine Eröffnung im Jahr 2020 scheint möglich.

(Foto: dpa)

BerlinDer neue Hauptstadtflughafen BER könnte mit neun Jahren Verspätung an den Start gehen. Nach Informationen der Zeitung „B.Z.“ aus Gesellschafter- und Flughafenkreisen streben die Verantwortlichen nun eine Eröffnung im September/Oktober 2020 an. Die Flughafengesellschaft wollte sich am Mittwoch dazu nicht äußern.

Geschäftsführer Engelbert Lütke Daldrup will dem Aufsichtsrat an diesem Freitag einen Eröffnungstermin vorschlagen. Am Dienstag hatte er Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (beide SPD) informiert.

Eigentlich sollten schon 2011 Passagiere im neuen Terminal im brandenburgischen Schönefeld abgefertigt werden. Seither kippten aber alle Eröffnungstermine wegen Technikproblemen, Baumängeln und Planungsfehlern. Der Neubau wird seit Jahren saniert, die Kosten sind explodiert.

Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider wollte sich am Mittwoch nicht zum Eröffnungstermin äußern und verwies auf die Sitzung am Freitag. Lütke Daldrup hatte im August angekündigt, die Arbeiten im Terminal bis Ende August 2018 abzuschließen. Dieser Zeitplan ist jedoch stark unter Druck geraten. Zuletzt fand der Tüv eine Reihe schwerwiegender Mängel im Terminal.

Nach Bauende folgen Tests, Abnahmen und ein Probebetrieb, wofür in der Vergangenheit rund ein Jahr eingeplant worden war. Lütke Daldrup hatte angedeutet, dass sein neuer Zeitplan zudem Risikopuffer enthalten werde. Damit wird der Start 2020 denkbar.

Diese zwölf Airports sind Dobrindt wichtig
Flughafen Frankfurt
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Wie können Fluggesellschaften und Flughäfen der Exportnation Deutschland im internationalen Wettbewerb bestehen? Das Bundesverkehrsministerium hat die deutschen Flughäfen nach Kriterien wie internationale Anbindung, ihrer Rolle für Luftfracht, als Ausweichstandorte mit 24-Stunden-Betrieb oder ihrer Bedeutung für Forschungszwecke bewertet. Zwölf Airports, so das Ergebnis, sind dabei von essentieller Wichtigkeit für die deutsche Luftfahrtbranche. Einer von ihnen: Der Flughafen Frankfurt am Main, nicht nur Deutschlands größter Flughafen sondern gemessen am Frachtaufkommen auch größter Flughafen Europas.

Flughafen München „Franz Josef Strauß“
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Auch Deutschlands zweitgrößter Flughafen findet sich in der Liste – wichtig ist er vor allem als „Drehkreuz“, beziehungsweise Zentralknoten, vor allem für die Lufthansa. Stand 2016 steigen 36 Prozent der jährlich 42,3 Millionen Passagiere in München dort um. Ziel müsse sein, die internationale Wettbewerbsfähigkeit etwa angesichts hoher Wachstumsraten in der Golfregion oder der Türkei zu sichern, sagte der CSU-Politiker bei der Vorstellung seines Luftverkehrskonzepts in Berlin.

Düsseldorf Airport
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Die Projekte „airport 2000 plus“ und die „Düsseldorf Airport City“ sind nur die zwei größten Bauprojekte, die Deutschlands drittgrößter Flughafen in den vergangenen zwei Jahrzehnten bewältigte. Die Umsetzung geplanter Ausbauvorhaben an großen deutschen Flughäfen bleibt auch ein Hauptanliegen des Verkehrsministeriums. „Wir sagen ein klares Nein zu einem generellen Nachtflugverbot in Deutschland“, sagte Dobrindt. Flugbetriebszeiten sollten nicht weiter eingeschränkt werden.

Hamburg Airport „Helmut Schmidt“
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Was München für die Lufthansa, das ist Hamburg für Eurowings, die britische Easyjet und die irische Ryanair: ein immens wichtiges Drehkreuz. Der Flughafen dient außerdem als Ausweichstelle für den nahe gelegenen Airbus-Werksflugplatz Hamburg-Finkenwerder. Der Hamburger Airport ist der fünftgrößte Flughafen Deutschlands – hinter dem in der Liste nicht auftauchenden Platz vier, Berlin Tegel.

Flughafen Braunschweig-Wolfsburg
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Vor allem als internationales Forschungszentrum beispielsweise für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie die TU Braunschweig ist der Flughafen Braunschweig-Wolfsburg relevant. So wurde der Flughafen von 2009 bis 2011 unter anderem deshalb ausgebaut, um den Einsatz des neuen größeren Forschungsflugzeugs Airbus A320 des DLR zu ermöglichen. Doch auch die Jets des VW-Konzerns landen dort.

Flughafen Hannover-Langenhagen
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Der Heimathafen von Tuifly ist der größte Flughafen und das wichtigste internationale Drehkreuz des Landes Niedersachsen. Die Bundesländer nimmt auch Dobrindt in die Pflicht, diese sollten die Einstufung von Flughäfen als „im Interesse des Bundes“ durchaus „als Hinweis verstehen“.

Flughafen Köln/Bonn „Konrad Adenauer“
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„Willkommen in Bonn – Köln/Bonn“, begrüßt bei einer Landung die Stimme des Schauspielers und Synchronsprechers Frank Glaubrecht die Passagiere – Glaubrecht leiht unter anderem Ex-James-Bond-Darsteller Pierce Brosnan seine Stimme. Für den Bund interessant ist Köln/Bonn allerdings vor allem als Drehkreuz für die Frachtflieger von UPS und Fedex, sowie wegen des durch die Luftwaffenkaserne Wahnheide repräsentierten militärischen Teils.

Lütke Daldrup wollte am Mittwochnachmittag im Beteiligungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses über Verhandlungen mit den Baufirmen berichten. Sein Ziel ist es, weg von einer stunden- und tageweisen Abrechnung hin zu Pauschalvergütungen für die Firmen zu kommen – auch um Druck zu schaffen, pünktlich fertig zu werden.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wird Lütke Daldrup eine Einigung mit Caverion verkünden. Darin würden alle Leistungen festgelegt, die bis Bauende zu erbringen seien, hieß es in Flughafenkreisen. Caverion baut im Terminal unter anderen Entrauchungskanäle und Sprinklerleitungen.

Der Brandschutz zählt seit Jahren zu den größten Problemen auf der Baustelle. Das Terminal war in der Bauphase immer wieder umgeplant und größer angelegt worden, ohne die Haustechnik grundlegend neu zu konzipieren.

Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat unterdessen Ermittlungen gegen Siemens wegen mutmaßlichen Abrechnungsbetrugs beim Bau des BER eingestellt. Die Flughafengesellschaft hatte 2015 Anzeige erstattet, dabei ging es um Siemens-Rechnungen aus den Jahren 2013 und 2014 und die Summe von 1,9 Millionen Euro. Der Potsdamer Staatsanwalt Christoph Lange sagte am Mittwoch, das Geld sei für andere Leistungen als die vertraglich vereinbarten geflossen und verrechnet worden. Es sei kein Schaden entstanden. Zuvor hatte der „Tagesspiegel“ darüber berichtet, dass die Ermittlungen eingestellt wurden.

  • dpa
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