Hauptstadtflughafen: Blamieren und verdienen am BER

Hauptstadtflughafen
Blamieren und verdienen am BER

Es wird gebaut, umgebaut, abgerissen und neu gebaut: Im Terminal des neuen Hauptstadtflughafens gibt es für Baufirmen immer etwas zu tun – je länger, desto besser. Davon profitieren selbst insolvente Unternehmen.
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BerlinErst als das Drama um den neuen Hauptstadtflughafen schon Jahre währt, nennt auch Roland Vetter das Kind beim Namen. „Dass wir mit Sanierungen unser Geld verdienen, ist eigentlich nicht unser Plan“, bekennt der frühere Projektleiter des Gebäudetechnik-Ausrüsters Imtech. „Wir haben uns alle sauber blamiert“, klagt der Ingenieur im Berliner Abgeordnetenhaus.

Blamieren und verdienen – das sind die Pole, zwischen denen viele Unternehmen auf der Dauerbaustelle für den drittgrößten deutschen Airport seit Jahren pendeln. Der BER ist für sie kein Ruhmesblatt, aber er bringt auch gutes Geld. Am Dienstag hat Geschäftsführer Karsten Mühlenfeld dem Aufsichtsrat erklärt, warum es auch dieses Jahr nichts wird mit der Eröffnung.

Seit dem ersten Spatenstich sind die Kosten von 2 auf mindestens 6,5 Milliarden Euro gestiegen – größtenteils Geld des Steuerzahlers oder Kredite, die im schlimmsten Fall die öffentliche Hand tilgen muss. Viele verdienen daran, darunter namhafte Konzerne.

Vetter gibt in seinem Bericht an den Untersuchungsausschuss schon vor gut einem Jahr ein Beispiel: Imtech soll eigentlich für 52 Millionen Euro Starkstrom in das Terminal legen. Doch es gibt immer wieder Umplanungen. Die Bauherren ziehen sogar eine zusätzliche Etage in den 700 Meter langen Gebäuderiegel ein, als der Keller schon gegossen ist. Nachträge bringen Imtech weitere 20 Millionen Euro.

Je näher die geplante Eröffnung 2012 rückt, desto mehr entgleitet der Flughafengesellschaft die Kontrolle über das Treiben der vielen Firmen. Die Baustelle stürzt ins Chaos. Vom Brandschutz bis zum Datennetz passt bei wichtigen Systemen vieles nicht mehr zueinander. Die Eröffnung platzt – und Vetters Leute bekommen einen weiteren Auftrag: Kabel neu zu verlegen. Für 45 Millionen Euro. Damit haben sich die Kosten allein für diesen Auftrag mehr als verdoppelt.

Imtech ist ein besonderer Fall. Denn im Angesicht der drohenden Insolvenz schreckten Mitarbeiter auch nicht vor Bestechung zurück, um Millionen aus der staatlichen Flughafengesellschaft zu quetschen. Nichts dergleichen ist bekannt von anderen BER-Baufirmen, die der Airport-Betreiber immer wieder zur Eile drängt – darunter Siemens, Bosch, T-Systems und Caverion als bekannteste Namen. Eine Einnahmequelle ist das Projekt aber auch für sie.

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Bosch spielt den Schwaren Peter zurück

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