Hauptstadtflughafen
Mehdorn wird neuer Chef des Pannen-Airports

Erst waren es nur Spekulationen, jetzt hat es Verkehrsminister Ramsauer bestätigt: Hartmut Mehdorn wird Chef des neuen Hauptstadtflughafens. Erst vor zwei Monaten hatte der 70-Jährige bei Air Berlin seinen Hut genommen.
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DüsseldorfHartmut Mehdorn wird neuer Chef des Flughafens Berlin-Brandenburg (BER). Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat einen Bericht der „Bild“-Zeitung bestätigt. Erst vor zwei Monaten hatte Mehdorn als Vorstandschef bei Air Berlin aufgehört. Der 70-jährige Ex-Bahnchef hatte die Fluggesellschaft 15 Monate als Interimschef geführt.

„Ich freue mich, dass wir Hartmut Mehdorn als neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung (...) gewinnen konnten“, sagte Ramsauer. Nach „Bild“-Informationen soll Mehdorn als Flughafen-Chef mehr als eine halbe Million Euro im Jahr verdienen, maximal jedoch eine Million Euro. Der Manager gilt als Sanierungsexperte.

Der Start jedoch könnte für Mehdorn bereits schwierig werden: Als Chef von Air Berlin hatte Mehdorn mehrmals gegen die Verantwortlichen des Bauprojektes gewettert und eine Entschädigung in Millionenhöhe gefordert. Die Airline ist besonders von der verzögerten Eröffnung betroffen: Der neue Hauptstadtflughafen soll zum Drehkreuz von Air Berlin werden.

Der Chefposten beim neuen Hauptstadtflughafen ist seit der Demission von Rainer Schwarz Mitte Januar unbesetzt. Am Freitag findet eine Aufsichtsratssitzung der Flughafen-Gesellschaft statt. Ursprünglich sollte es dabei lediglich um die aktuelle Lage des als Pannen-Airport verschrieenen Flughafens sowie um die Modernisierung des Berliner Altflughafens Tegel gehen.

Für 12 Uhr hat Aufsichtsratschef Matthias Platzeck (SPD) eine Pressekonferenz angekündigt, ursprünglich war diese für den Nachmittag geplant. „Ich bin sicher, Hartmut Mehdorn folgt auch ein Stück weit einer patriotischen Berufung, eine solche Herausforderung von nationaler Tragweite anzupacken“, sagte Ramsauer. Der 70-Jährige besitze „hervorragende Managementfähigkeiten sowie ein Höchstmaß an wirtschaftlicher und technischer Kompetenz“.

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Mehdorn wird neuer Chef des Pannen-Airports

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Rückschlag für Platzeck Anfang der Woche

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  • Teil 2
    4. AirBerlin
    Wie üblich handelte er Konsequent und hart, trat dabei auch dem Gründer von AB und Miteigentümer gelegentlich auf die Füße. Doch die Airline kam voran, unter seiner Regie kam es zum Eintritt des Großaktionärs Ethihad, der 30% erwarb.
    Diese Zusammenarbeit entwickelt sich sehr gut und brachte enorme Kosten vorteile und Gewinne ein.
    ETIHAD/Dubai ist naturgemäß sehr stark im arabischen Raum, wie auch in Asien und den USA.
    Denen war Mehdorn jedoch zu sperrig, vor allem war dieser wohl nicht begeistert von der nun anstehenden Allianz/Zusammenarbeit mit Airfrance/KLM.
    Die Bilanz bei Airberlin ist eindeutig positiv. Er brachte den Laden schnell und entschlossen auf Kurs.

    Bei Exmitarbeitern gilt Mehdorn als hart und fordernd, aber auch als fair, verlässlich und herzlich.
    Ob er diesen Berliner Sumpf lange erträgt, wage ich zu bezweifeln, doch ich hoffe es,
    DENN BERLIN IST EINE REISE WERT!

  • Soso, die alte Dampflok läßt sich wieder vor den Zug spannen und dass mit so einem Sumpf, den andere nicht haben wollten. Jetzt muß er auch noch mit Wowi und Platzi zusammenarbeiten, die Hauptschuldigen an diesem epochalem Desaster.
    Und Mehdorn selbst, wie waren seine bisherigen Erfolge?
    1. Bei EADS (Chef der Deutsche Airbus) verdienter Manager, immerhin wollte man ihn 2010 sogar zurück holen. Mit seiner dortigen Fortentwicklung nicht zufrieden, wechselte erzur DB.
    2. Bei der DB ist die Bilanz gemischt. Mit Ecken und Kanten behaftet scheute er nicht sich mehrfach mit der Politik anzulegen, deshalb hat er auch heute noch bei vielen Politikern Liebesentzug, speziell bei den Grünen, die nehmen es schnell übel, wenn man unangenehme Wahrheiten ausspricht.
    Bei der DB war er jedoch der Erste der moderne Mangementmethoden eingeführte, selbst der legendäre Verbrauch von Kugelschreibern wurde eingedämmt. Da das Beseitigen der Raucherkippen an den Bahnöfen erstaunliche Summen kostet, legte er sich auch mit den Rauchern an und verbot das Qualmen kurzerhand.
    Er trimmte die Bahn radikal auf Börsenkurs und auch hier eckte er bei der der Politik an, außerdem war sein Renditetrimm zu radikal es wurde zuwenig investiert und repariert.
    So war er auch mitschuldig an den vielen Verspätungen u.d. Ausfall der Zügen im Sommer und Winter. Die Bilanz bei der DB hat also Licht und Schatten.
    3. 1995 übernahm den Vorstandsvorsitz von Heidelberger Druck. Er setzte in bekannter Konsequenz auf die Strategie, die Tätigkeit auf neue und lukrative Geschäftsfälle auszuweiten. Theoretisch eine gute Idee, er machte jedoch den gleichen grandiosen Fehler, wie Hunold seinerzeit bei Airberlin. Heidelberg wuchs zu schnell, die Kosten der Eingliederung neuer Unternehmensteile wurden unterschätzt.
    Mehdorn mußte gehen und Heidelberg stutze das Unternehmen auf Vormehdornsche Zeiten zurück und muß heute noch mit den Folgen kämpfen.
    Das war ein fast tragisches Desaster.
    Es folgt Teil 2

  • muss doch was dran sein, wie ich hier so quer lese! bin sofort am umarbeiten meiner eisenbahnanlage, sollte ein dampflokmuseum in friesland werden. wird nun dr. mehdorni gedenkanlage: bahn, airline und airport! man(n) kann es nicht glauben was er dort fix und fertig managed an der seite der großen roten zora! voller höchstachtung RAchat

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