Hauptversammlung
Air Berlin profitiert von den Allianzen

Die Partnerschaft mit Etihad bringe Air Berlin Hunderttausende gemeinsame Passagiere, freut sich der neue Airline-Chef Prock-Schauer. Im Mai steigt die Auslastung in der Tat – im Jahresvergleich aber bleibt ein Minus.
  • 0

Berlin/LondonDeutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin profitiert immer stärker von seinen Verbündeten. Die Partnerschaft mit Etihad und die Mitgliedschaft im Airline-Bündnis Oneworld bringe über Codeshare-Abkommen Hunderttausende gemeinsame Passagiere, sagte Air-Berlin-Chef Wolfgang Prock-Schauer nach Unternehmensangaben am Donnerstag bei der Hauptversammlung in London-Heathrow. Beim Codesharing nimmt eine Fluggesellschaft auf ihren Flügen auch Passagiere der Partner-Airline mit.

Über Großaktionär Etihad habe Air Berlin mit Vorausbuchungen die Codeshare-Vorjahreszahl von 320.000 schon erreicht. Zudem seien im ersten Vierteljahr mehr als 100 000 Oneworld-Fluggäste mit Air Berlin geflogen - doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Prock-Schauer kündigte an, das gemeinsame Streckennetz mit Etihad auszubauen und nach Zielen in China und Japan auch Vietnam und Indien ins Programm zu nehmen.

Der Air-Berlin-Chef bekräftigte sein Ziel, in diesem Jahr eine „schwarze Null“ vor Steuern und Zinsen (Ebit) zu erreichen. Der Umsatz werde leicht wachsen. Wann auch unterm Strich ein positives Ergebnis steht, ließ er offen. Im abgelaufenen Jahr hatte sich Air Berlin mit dem Verkauf seines Vielfliegerprogramms an Etihad zum ersten Mal nach vier Jahren wieder in die schwarzen Zahlen gehievt. Prock-Schauer prüft nun auch, Service-Abteilungen auszugliedern.

Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger warf dem Unternehmen unrealistische Prognosen vor. „Die Zukunftsfähigkeit von Air Berlin ist nicht gesichert, die Aktie ist zum Zockerpapier verkommen“, kritisierte Vereinssprecher Michael Kunert.

Air Berlin hat sich vor zwei Jahren einen Schrumpfkurs verordnet und inzwischen das zweite Sparprogramm eingeleitet. Bis Ende 2014 sollen 400 Millionen Euro eingespart werden. Bis Jahresende soll die Flugzeugflotte auf 143 Maschinen schrumpfen. Insgesamt stehen seit Jahresanfang 900 Stellen auf der Streichliste.

Unterdessen füllte Air Berlin ihre Maschinen auch im Mai besser. Insgesamt ging die Zahl der Fluggäste im Vergleich zum Vorjahresmonat zwar um 4,3 Prozent auf 2,96 Millionen zurück, wie die Airline am Donnerstag mitteilte. Die Auslastung der Flugzeuge verbesserte sich jedoch um 4,5 Prozentpunkte auf 82,3 Prozent.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Hauptversammlung: Air Berlin profitiert von den Allianzen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%