Hauptversammlung der Optikerkette
Fielmann startet Hör-Offensive

Fielmann setzt die Konkurrenz immer stärker unter Druck. Umsatz und Gewinn sind wieder leicht gestiegen. Die Optikerkette will zudem das Filialnetz weiter ausbauen - und im Hörgerätemarkt groß durchstarten.
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DüsseldorfDie Optikerkette Fielmann sieht sich auf gutem Weg, der Konkurrenz weiter Kunden abzujagen. „Wir werden auch in diesem Jahr weitere Marktanteile gewinnen“, sagte Unternehmensgründer und Vorstandschef Günther Fielmann am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Hamburg laut Redetext. Fielmann will dafür sein Filialnetz weiter ausbauen, die Geschäfte vergrößern und neben den herkömmlichen Brillen auch mit Sonnen- und Gleitsichtbrillen, Kontaktlinsen sowie Hörgeräten punkten.

Derzeit betreibe Fielmann 74 Hörgeräteabteilungen, bis Jahresende sollten es 90 werden, erklärte der Unternehmenschef. „Mittelfristig wollen wir 200 Hörgeräteabteilungen eröffnen.“ Der Umsatz der Branche liege in Deutschland derzeit bei 1,3 Milliarden Euro.

Das Potenzial sei groß, so Fielmann. 6,4 Millionen Menschen bräuchten in Deutschland ein Hörgerät, nur 2,5 Millionen benutzten aber eines. „Über immer kleinere, praktisch unsichtbare Systeme wird sich die Anzahl der Hörgerätebenutzer in den nächsten Jahren deutlich erhöhen“, schätzt Fielmann.

Im ersten Halbjahr 2012 konnte die Optikerkette mit ihren Null-Tarif- und anderen Angeboten erneut bei den Kunden punkten. Während die Branche Absatz- und Umsatzrückgänge zu beklagen hat, wächst Fielmann weiter. Der Konzernerlös sei nach vorläufigen Zahlen binnen Jahresfrist um fünf Prozent auf 551 Millionen Euro gestiegen, der Gewinn vor Steuern habe um drei Prozent auf 89 Millionen Euro zugelegt, teilte das Unternehmen mit. In seinen 665 Filialen habe das Unternehmen zwischen Januar und Juni 3,5 Millionen Brillen verkauft, das sind rund 200.000 mehr als im Vorjahreszeitraum.

„Angesichts der Absatzverluste der übrigen Branche können wir mit unseren Zuwächsen sehr zufrieden sein“, erläuterte Fielmann. Der Zentralverband der Augenoptiker habe per Mai ein Absatzminus von 4,6 Prozent gemeldet, Euronet von 4,5 Prozent. „Fielmann Deutschland steigerte den Absatz um fünf Prozent, europaweit erzielten wir eine Absatzsteigerung von 4,7 Prozent.“

Eine Prognose für das Geschäftsjahr gab Fielmann erneut nicht ab. Für das zurückliegende Jahr soll den Aktionären, darunter als größte Gruppe die Familie, eine um zehn Cent auf 2,50 Euro je Anteilsschein erhöhte Dividende zufließen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Der Einstieg in die Hörgeräte-Akustik ist sehr klug. Dort gibt es bisher enorme Spannen. Wenn Fielmann einen Teil davon an die Kunden weitergibt, läuft das Geschäft von selbst. Da wiederholt sich vermutlich die Markt-Aufmischung, die wir damals in der Optikerbranche erlebt haben. Die hatten damals Kalkulationsaufschläge von 200 - 300 %. Bis die mitgekriegt hatten. wie Fielmann den Markt erobert hat, war es schon zu spät für sie.

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