Hauptversammlung der Zeitarbeitsfirma
DIS wirbt bei Aktionären abermals um Börsenrückzug

Die Düsseldorfer Zeitarbeitsfirma DIS bei ihren Aktionären für eine nochmalige Zustimmung zum geplanten Rückzug von der Börse geworben.

HB DÜSSELDORF. Mit einem Delisting würden die Kosten um 650 000 Euro jährlich gesenkt, sagte Vorstandschef Andres Dinges bei der Hauptversammlung am Dienstag. Der Nutzen einer Notierung stehe keinem Verhältnis zum Aufwand. Der Streubesitz liege mittlerweile bei weniger als 0,7 Prozent. Der Vorstand wollte sich wegen der Klage eines Anteilseigners gegen das Vorhaben die Rückendeckung der Aktionäre sichern.

Die schweizerische Adecco hatte DIS 2006 übernommen und hält knapp 83 Prozent der Anteile. Rund 12,8 Prozent der Aktien seien im Besitz des Hedge-Fonds Elliott Associates, sagte Dinges. Dieser hatte gegen den Delisting-Beschluss der letztjährigen Hauptversammlung vor dem Landgericht Düsseldorf geklagt. Die Richter stoppten den Rückzug von der Börse per Einstweiliger Verfügung. Denn der Beschluss erfolgte auf der damaligen Hauptversammlung nach Mitternacht; DIS hatte das Treffen aber nur für einen Tag einberufen.

Das Oberlandesgericht muss nun über die Berufung gegen diese Entscheidung befinden. Solange liege der Rückzug von der Börse auf Eis, erläuterte Dinges. Vorsorglich soll die – diesmal auf zwei Tage angesetzte – Hauptversammlung aber den Delisting-Beschluss bestätigen. Die Zustimmung gilt bei den Mehrheitsverhältnissen als sicher, mit Anfechtungsklagen ist aber dennoch zu rechnen.

Den verbleibenden Anteilseignern hatte Adecco eine Offerte von knapp 56 Euro je Aktie gemacht, die Elliot abgelehnt hatte. Das Angebot sei nach wie vor gültig, sagte Dinges. Aktionäre, die damit nicht einverstanden sind, können die Abfindung aber gerichtlich nachprüfen lassen. Mittlerweile notiert das Papier bei 105 Euro.

Unzufrieden zeigten sich einzelne verbliebene Aktionäre auch mit der vorgeschlagenen unveränderten Dividende von 5 Cent je Papier trotz eines von 23,4 auf 30,5 Mill. Euro gestiegenen Jahresüberschusses. Dinges erläuterte, für das weitere Wachstum strebe DIS auch Akquisitionen an; dafür wolle das Unternehmen Rücklagen bilden. 2007 solle der Umsatz auf 470 Mill. Euro von gut 399 Mill. Euro im Vorjahr steigen, die Vorsteuermarge bei 13 Prozent liegen.

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