Hauptversammlung
Fußball-WM soll Adidas helfen

Umsatz gesunken, Aktionäre unzufrieden: Adidas-Chef Herbert Hainer muss auf der Hauptversammlung viel Kritik einstecken. Dabei verspricht die WM neue Rekordumsätze. Wäre da nur nicht der starke Euro.
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DüsseldorfFände das Leben im Konjunktiv statt, wäre die Hauptversammlung für Adidas-Chef Herbert Hainer wohl deutlich angenehmer. Dann müsste er sich nicht für den Umsatzrückgang von drei Prozent rechtfertigen. Denn rechnet man die Währungseffekte heraus, das betonte Hainer am Donnerstag in Fürth, dann wären die Einnahmen um drei Prozent gestiegen.

Doch Hainer muss sich an der Realität messen lassen, nicht am Konjunktiv. Und die sah im vergangenen Jahr gemischt aus. Zum ersten Mal seit 2009 sank der Umsatz. Besonders stark traf es den Heimatmarkt Westeuropa, dort verzeichnete Adidas einen Rückgang von sieben Prozent. Andererseits stieg der Gewinn um fast 50 Prozent auf knapp 790 Millionen Euro, auch die Dividende soll zulegen, auf 1,50 Euro. Doch die Aktionäre sind trotzdem nicht zufrieden und drohen dem Vorstand, ihn nicht zu entlasten.

Zufrieden ist auch Hainer nicht. „2013 war ein gutes Jahr für den Adidas-Konzern, es war kein herausragendes“, sagt der Vorstandsvorsitzende mit bayerischem Akzent. Das sei „nicht zufriedenstellend“. Als Grund für die Probleme nennt er „negative Währungsentwicklungen“. Der starke Euro habe den Umsatz um mehr als 750 Millionen Euro geschmälert.

Doch der Adidas-Chef schiebt die Schuld nicht nur auf die Währungseffekte, sondern gibt auch eigene Fehler zu. Man habe auf Markttrends „nicht immer schnell genug reagiert“, in Amerika und Europa sei man unter Druck geraten. Besonders in Westeuropa droht der große Konkurrent Nike, dem Konzern aus Herzogenaurach davonzulaufen. Anders als Adidas konnte Nike seinen Umsatz dort um 17 Prozent steigern.

In Zukunft soll nun alles besser werden. Mit der „Route 2015“. Der Zukunftsplan von Adidas sieht vor, die Einnahmen auf 17 Milliarden Euro zu steigern. Mehr als die Hälfte der Zeit der „Route 2015“ ist bereits zurückgelegt, Hainer zeigt sich „aus operativer Sicht“ optimistisch. „Wir fühlen uns fit genug, die letzten Etappen auf unserer Route 2015 zu bewältigen“, so Hainer.

Wenn, und da ist der Konjunktiv wieder, nur nicht die Währungseffekte wären. Diese stellten ein „unkalkulierbares Risiko“ dar. Auch in diesem Jahr könnte der starke Euro den Konzern wieder um rund 750 Millionen Euro bringen, schätzt der Vorstandsvorsitzende, der seinen Vertrag bis 2017 verlängert hat.

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