Hauptversammlung
Garant Schuh verlangt Millionen von EnBW

Der insolvente Großhändler Garant Schuh strebt in diesem Jahr einen operativen Gewinn an. Geld könnte auch aus einer anderen Quelle als dem Schuhgeschäft kommen.

HB DÜSSELDORF. Der geplante Zentralregulierungsumsatz von 700 Millionen Euro werde erreicht, sagte Vorstandschef Robert Natter am Dienstag in Düsseldorf auf der Hauptversammlung. Dabei werde ein operativer Gewinn erwirtschaftet. Die Kosten des laufenden Insolvenzverfahrens führten unter dem Strich jedoch noch einmal zu einem Verlust, hieß es im Geschäftsbericht.

Im Rumpfgeschäftsjahr 2004 (Januar bis November) hatte Garant Schuh vor Zinsen und Steuern (Ebit) 65,7 Millionen Euro Verlust verbucht, der Jahresfehlbetrag lag bei 79,1 Millionen Euro. Die über den Verbund abgewickelten Erlöse, der so genannte Zentralregulierungsumsatz, erreichten damals rund eine Milliarde Euro.

Über Garant war im Dezember 2004 das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Der Konzern hatte sich mit dem Kauf der verlustreichen Salamander-Schuhkette übernommen. Derzeit sucht Garant zur Unterstützung der Sanierung Investoren.

Wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht, will Garant Ansprüche in Höhe von 70 Millionen Euro gegenüber dem ehemaligen Eigentümer von Salamander, dem Versorger EnBW, geltend machen. „Daneben bestehen Ansprüche gegen Organe, Berater und dritte Personen im zweistelligen Millionenbereich“, hieß es.

Die finanzielle Lage von Garant Schuh war nach Angaben des Insolvenzverwalters bereits in den Vorjahren deutlich schlechter als dargestellt. Insolvenzverwalter Wilhelm Metzeler erklärte, die Jahresabschlüsse 2002 und 2003 seien wegen Überbewertungen für nichtig erklärt worden. Für die beiden Jahre würden nachträglich Wertberichtigungen in Höhe von knapp 27 Millionen Euro vorgenommen. Metzeler und Natter kritisierten den Erwerb von Salamander 2003. Der Einstieg sei nicht ausreichend geprüft worden, sagte Natter.

Die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat wurde von der Tagesordnung des Aktionärstreffens genommen. Die Entlastung solle erst auf einer der folgenden Hauptversammlungen erfolgen, sagte der neue Aufsichtsratschef Gunnar Schüttrumpf. Es müssten zunächst alle Sachverhalte geprüft werden. Nachdem das Gremium im September komplett zurück getreten war, hatte der Aufsichtsrat am Montagabend in seiner konstituierenden Sitzung Schüttrumpf zum Vorsitzenden gewählt.

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