Hauptversammlung
Großer Showdown bei Douglas

So eine hitzige Hauptversammlung hat es bei Douglas noch nie gegeben: Großaktionär Erwin Müller will seinen Einfluss bei der Drogeriekette ausbauen. Und obwohl der sich bedeckt hält, gibt es viel Gesprächsstoff.
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EssenZum Start der Hauptversammlung ist die Grugahalle nicht einmal zu einem Drittel gefüllt. Der spannendste Gast ist Erwin Müller, der mit seinem Sohn gekommen ist. Vor der Veranstaltung hielt sich der Großaktionär zu seinen Plänen für den Handelskonzern bedeckt. „Es gibt nichts zu sagen“, unterstrich der Drogerieunternehmer am Rande des Aktionärstreffens. Zu Beginn des Aktionärstreffens wird er 79-Jährige vom Aufsichtsratsvorsitzenden Jörn Kreke, dem Vater von Vorstandschef Henning, „sehr herzlich“ begrüßt.

Müllers Ankündigung, Anteile im großen Stil hinzuzukaufen, hatte zuletzt hohe Wellen im Unternehmengeschlagen. Müller hatte sich an Douglas herangepirscht und sich indirekten Zugriff auf Aktien-Optionen gesichert, mit denen er seinen gut zehnprozentige Anteil auf eine Sperrminorität von rund 25 Prozent ausbauen könnte. Damit könnte er die Entwicklung des Handelskonzerns maßgeblich beeinflussen. Müller hat indirekt Zugriff auf weitere 15,55 Prozent.

Mit einem Anteil von mehr als 25 Prozent hätte ereine Sperrminorität und könnte wichtige Beschlüsse auf der Hauptversammlung verhindern.

Bei der Rede von Konzernchef Henning Kreke, sagt dieser zwar, er wisse nicht, welche Beweggründe Müller für seine Aktientransaktionen habe. Hauptsächlich geht es aber ums Geschäft - schließlich gibt es hier auch genug zu klären: Die Anteilseigner des Handelskonzerns müssen sich wegen der Schieflage der Buchhandelstochter Thalia auf eine sinkende Dividende einstellen. Rückstellungen und Wertberichtigungen für die Sanierung von Thalia von insgesamt rund 170 Millionen Euro „lassen leider erwarten, dass wir beim Ergebnis - also beim EBT - in diesem Jahr zurückstecken müssen“, sagte Kreke.

Größtes Sorgenkind ist und bleibt Thalia. Die Buchladen-Kette soll im aktuellen Geschäftsjahr neu ausgerichtet werden. Das könne auch Schließungen bedeuten, betont Vorstandschef Henning Kreke. Er macht vor allem das Wachstum des Online-Buchhändlers Amazon für die schlechten Thalia-Ergebnisse verantwortlich. Von Amazon soll Thalia anscheinend lernen. Spätestens ab April 2013 soll Nicholas Denissen die Douglas-Holding als Bereichsvorstand für E-Commerce verstärken. Er kommt von Amazon in München.

Wegen der erwarteten Restrukturierungskosten bei Thalia werden die Douglas-Aktionäre wohl im kommenden Geschäftsjahr eine bittere Pille schlucken müssen. Die Dividende (bisher 1,10 Euro) könne ausgesetzt werden, kündigt Kreke an.

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