Hauptversammlung
Karstadt-Quelle sucht nach neuem Namen

Vorstandschef Thomas Middelhoff baut derzeit nicht nur den Handelskonzern um, er will ihn auch umtaufen. Karstadt-Quelle als Name für das Unternehmen sei nicht mehr zeitgemäß. Zeitgleich mit der Einführung des neuen Namens sollen dann auch die Geschäfte besser laufen. Der Jahresauftakt verlief alles andere als rosig.

HB DÜSSELDORF. Mit der Umfirmierung wolle der Vorstand dem Umstand Rechnung tragen, dass mit der Beteiligung an Thomas Cook auch Touristik zum Kerngeschäft gehöre, sagte Middelhoff am Montag auf der Hauptversammlung in Düsseldorf. Der neue Name werde derzeit entwickelt. Die Überlegungen würden möglicherweise noch in diesem Jahr abgeschlossen. Eine Agentur sei mit der Namenssuche beauftragt worden. An den Markennamen Karstadt, Quelle, Neckermann und Thomas Cook solle sich aber nichts ändern.

An seinen Erwartungen für das Gesamtjahr hielt der Einzelhandelskonzern fest. Middelhoff sagte zum Auftakt der Aktionärsversammlung, er halte einen künftigen Börsenkurs von „30 Euro plus x“ als durchaus realistisch. „Wir wollen wieder zu alter Stärke zurück,“ sagte er den Anteilseignern. Die im MDax notierte Aktie notiert derzeit um die 25 Euro.

Die momentanen Zahlen dürften die Anleger jedoch nicht zum Kaufen bewegen. Zwischen Januar und März schrumpfte der Konzernumsatz weiter um 3,9 Prozent auf 3,27 Mrd. Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Dabei erholte sich der Umsatz in der Warenhaussparte zwar geringfügig um 0,5 Prozent auf 1,11 Mrd. Euro, im dominierenden Versandhandel schrumpften die Erlöse jedoch um 7,9 Prozent auf 1,57 Mrd. Euro. Ein Grund für den Umsatzrückgang im Versandgeschäft sei die Entscheidung gewesen, eine umfangreiche Marketingkampagne erst im zweiten Halbjahr zu starten. Generell negativ habe sich das kalte Wetter im März ausgewirkt und die Verschiebung des Ostergeschäfts ins zweite Quartal. Im April weise die Umsatzentwicklung in der Warenhaussparte weiter nach oben und auch bei Quelle und Neckermann sei es zu Verbesserungen gekommen.

Der um zahlreiche Effekte bereinigte Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) betrug 24 Mill. Euro, nach einem Plus von 5,5 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum. Hauptgrund seien die umfangreichen Immobilienverkäufe der vergangenen Monate mit den daraus folgenden Mietkosten gewesen, darüber hinaus aber auch Restrukturierungsaufwendungen. Allein durch die Immobilienverkäufe schrumpfte der operative Ergebnisbeitrag der Immobiliensparte um rund 30 Mill. Euro auf 55,2 Mill. Euro. Die Versandsparte rutschte operativ mit 12,5 Mill. Euro ins Minus. Unter dem Strich verringerte sich der Verlust im Quartal von 111,1 auf 106,8 Mill. Euro.

An seinen Zielen, im Gesamtjahr 2006 auf vergleichbarer Basis ein leichtes Umsatzplus zu erzielen und das operative Ergebnis auf Ebitda-Basis um 20 Prozent zu steigern, halte Karstadt-Quelle fest, unterstrich Konzernchef Middelhoff. „Für 2007 ist geplant, nach einer mehrjährigen Pause auch wieder eine ordentliche Dividende auszuschütten,“ bekräftigte er.

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