Hauptversammlung
Keine Dividende für BvB-Aktionäre

Die Aktionäre von Deutschlands einzigem börsennotierten Fußballclub Borussia Dortmund müssen weiter auf eine Dividende warten. "Wir sind noch nicht soweit", sagte der Geschäftsführer der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA, Hans-Joachim Watzke, am Dienstag auf der Hauptversammlung in Dortmund vor mehreren hundert Aktionären.

HB DORTMUND. Der Substanzaufbau sei drei Jahre nach der Beinahe-Pleite noch nicht abgeschlossen. "Wir müssen nachhaltig unsere Substanz weiter stärken", sagte Watzke.

Er hoffe, dass der BVB in den kommenden fünf, sechs oder sieben Jahren mehr als einmal international spielen werde. "Dann können wir Geld verdienen. Das wird unser ganz großes Bemühen sein, dann die ihnen moralisch zustehende Dividende zu zahlen", sagte der Geschäftsführer den Aktionären und warb um Geduld. "Die Alternative wäre gewesen, vor drei Jahren die Bücher zuzumachen", sagte Watzke.

Watzke dankte den Anteilseignern, "dass sie in den schwierigen Jahren dabei geblieben sind". Und er versprach: "Wir bleiben knochentrocken und wirtschaftlich solide." In den vergangenen drei Jahren habe die aktuelle Geschäftsführung mehr als 122 Mio. Euro Schulden abgebaut. Die Schulden für den Stadionrückkauf beliefen sich derzeit auf noch rund 68 Mio. Euro.

Watzke lobte die Leistungen des Teams in der laufenden Bundesliga- Saison. "Wir sind sehr, sehr zufrieden mit dem, was unsere Spieler in diesem Jahr abliefern. Die Mannschaft hat sich bis jetzt tadellos präsentiert." Watzke kündigte an, das Budget für die Nachwuchsarbeit zu erhöhen. "Wir müssen aus unserem Jugendbereich jedes Jahr oder spätestens jedes zweite Jahr einen gestandenen Bundesligaspieler hervorbringen."

Aktionärsvertreter äußerten sich zufrieden mit der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens. "Borussia Dortmund hat ein weiteres Stück Weg zur Normalität zurückgelegt. Das tut richtig gut", sagte der Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Carsten Heise. Die finanzielle Situation sei deutlich stabiler als noch vor einem Jahr.

Borussia Dortmund hatte im Konzern im vergangenen Geschäftsjahr 2007/2008 (30. Juni) vor allem wegen hoher Abschreibungen für das Stadion einen Verlust von 3,9 Mio. Euro hinnehmen müssen. Der Umsatz lag bei 108 Mio. Euro. Die Aktie, für die Aktionäre bei der Ausgabe Ende Oktober 2000 elf Euro bezahlen mussten, notierte am Dienstag bei 1,04 Euro. Mitte Oktober hatte sie im Zuge der Finanzkrise zeitweise nur noch 91 Cent gekostet. Watzke erklärte den niedrigen Kurs zum einen mit der Finanzkrise, zum anderen mit dem Ausstieg mehrerer Fonds. Der Streubesitz liege mittlerweile bei deutlich über 60 Prozent.

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