Hauptversammlung
Lufthansa schließt weitere Übernahmen nicht aus

Im Fusionspoker um europäische Fluggesellschaften schließt die Lufthansa die Übernahme von Mitbewerbern nicht aus.

dpa-afx BERLIN. "Wir wollen dabei im Wesentlichen organisch wachsen, wären aber auch in der Lage, Unternehmenszusammenschlüsse à la Swiss vorzunehmen", sagte Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber am Mittwoch auf der Hauptversammlung des Konzerns in Berlin. Geeignete Gelegenheiten für Zukäufe "würden wir auch wahrnehmen".

Über einen Einstieg der Lufthansa bei der italienischen Alitalia und vor allem bei der spanischen Iberia war in den vergangenen Wochen vielfach spekuliert worden. Mayrhuber hatte den Preis für beide Fluggesellschaften jedoch als zu hoch bezeichnet. Am Mittwoch Vormittag gab die Aktie in einem schwachen Markt um 0,58 Prozent auf 22,36 Euro nach.

Mayrhuber sagte, für einen Zusammenschluss bedürfe es "einer für beide Seiten geeigneten Gelegenheit". Die "Fantasien" gingen dem Unternehmen dabei nicht aus. Allerdings behalte Lufthansa "einen kühlen Kopf". Die größte deutsche Fluggesellschaft hatte die angeschlagene Schweizer Swiss im Jahr 2005 zu 49 Prozent übernommen und wieder in die Gewinnzone geführt. Die Integration soll in diesem Jahr abgeschlossen werden. "Der Blick richtet sich nun auf die Verstärkung des Erfolgskurses und den Ausbau des Angebotes", sagte Mayrhuber.

Der Vorstandschef bekräftigte das Ziel, das operative Ergebnis spätestens im Jahr 2008 auf mehr als eine Milliarde Euro zu steigern. Im vergangenen Jahr hatte Lufthansa hier 845 Mill. Euro (plus 46,4 Prozent) erzielt. Der Überschuss legte um 77,3 Prozent auf den Rekordwert von 803 Mill. Euro zu. Vorstand und Aufsichtrat empfehlen wie bereits bekannt für das Jahr 2006 die Zahlung einer Dividende von 0,70 Euro pro Aktie. Diese läge damit 40 Prozent über der des Vorjahres und entspräche der höchsten Ausschüttung der Lufthansa-Geschichte mit insgesamt 320,6 Mill. Euro.

Der Lufthansa-Chef forderte erneut eine einheitliche europäische Flugsicherung. Damit lasse sich der CO2-Ausstoß um zehn bis zwölf Prozent senken. Dieser so genannte "Single European Sky", der Umwege in der Luft reduzieren würde, wäre laut Mayrhuber "das größte Klimaschutzprojekt Europas". Wenn Europa eine Vorreiterrolle einnehmen wolle, "dann durch direktes Reduzieren", sagte er. Dies sei "immer effektiver und nachhaltiger als Emissionshandel".

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