Hauptversammlung: Metro-Chef Koch verteidigt Dividendenkürzung

Hauptversammlung
Metro-Chef Koch verteidigt Dividendenkürzung

Der größte deutsche Handelskonzern vertröstet seine Aktionäre. Der Umbau der Metro brauche Zeit, sagt der neue Chef Olaf Koch auf der Hauptversammlung. Doch ein Großaktionär fordert Verkäufe einzelner Sparten.
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Düsseldorf"Es war ein brutal hartes Jahr. Wir haben auch nicht alle Ziele erreicht, aber wir haben das Unternehmen auf neue Füße gestellt." Metro-Chef Olaf Koch war bemüht, das Vertrauen der Aktionäre zurückzugewinnen und Zuversicht zu verbreiten für die Zukunft eines Handelskonzerns, den er nach der Spar-Ära seines Vorgängers Eckhard Cordes derzeit auf Umsatz trimmt. Doch von den gebeutelten Aktionären dafür Verständnis zu erhalten, ist nicht leicht nach einem Jahr, in dem die Aktie aus dem Leitindex Dax flog, der Vorstand Prognosen kassierte, einen historischen Gewinneinbruch verkündete und schließlich erstmals in der Metro-Geschichte eine Dividendenkürzung vorschlug.

Eine Steilvorlage für Aktionärsvertreter, die zudem fehlende Fortschritte des Konzernumbaus bemängelten und Koch aufforderten, Sparten wie den Kaufhof oder Media-Saturn zu verkaufen.

Für Koch war es die zweite Hauptversammlung als Metro-Chef - doch einfacher als die erste war sie sicher nicht. Während er sich 2012 noch harsche Kritik anhören musste, die Cordes galt, musste er diesmal seine eigenen Taten rechtfertigen. Und zufriedene Aktionäre klingen anders: "Man kann schon von einer Dauerbaustelle Metro sprechen", kritisierte Alexander Elsmann, Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger.

"Die Metro war mal so was wie ein wunderschöner Vogel, inzwischen ist aus der Metro ein hässliches kleines Entlein im MDax geworden", monierte Jella Benner-Heinacher, Geschäftsführerin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.

Koch hat der Metro einen Kulturwandel verordnet. Er gab Randgeschäfte ab, zog einen Schlussstrich unter die verlustreichen Expansionspläne der Elektronikkette von Media-Saturn in China und verkaufte das Osteuropa-Geschäft der Supermarktkette Real. In den Mittelpunkt stellte er Umsatzwachstum, das etwa durch eine Preis- und Internetoffensive bei Media-Saturn, mehr Service im Großhandel und ein verändertes Sortiment bei Kaufhof erreicht werden soll.

Der Preis: ein historischer Gewinneinbruch 2012 auf drei Millionen Euro von 631 Millionen Euro im Vorjahr. Doch machte Koch im ersten Quartal erste Zeichen aus, dass der Umbau zu greifen beginnt. Operativ verbuchte Metro, anders als von Experten erwartet, einen Gewinn.

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Kaufhof-Verkauf „nicht vom Tisch“

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