Hauptversammlung
Metro will Wachstum beschleunigen

Metro-Chef Eckhard Cordes wirbt auf der Hauptversammlung in Düsseldorf um Vertrauen für seinen Sanierungskurs. Vor der Tür erwartete den Manager ein Pfeifkonzert.
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DüsseldorfMetro-Chef Ekhard Cordes wirbt auf der Hauptversammlung in Düsseldorf um Vertrauen für seinen Kurs. Metro habe 2011 das beste Jahr seiner Geschichte erlebt und sei heute stärker als vor der Krise. Cordes bezog sich dabei auf das operative Ergebnis, bereinigt um die Restrukturierungskosten, von 2,4 Milliarden Euro - ein Zuwachs von 19,3 Prozent. Cordes sagte, inzwischen ziehe keine Sparte mehr eine andere mit durch, weil alle profitabel seien. Den Ausblick stellte er unter den Vorbehalt besserer wirtschaftlicher Rahmenbedingungen.

Metro betreibt Metro-Großmärkte, Kaufhof-Warenhäuser, Real-Märkte und ist größter Anteilseigner bei den Elektro-Fachmärkten Media-Markt und Saturn. Cordes kündigte an, bis Ende 2013 sollten alle Ländergesellschaften in Asien profitabel sein. Bis 2015 werde die Zahl der Großmärkte in China auf 100 verdoppelt. Zuletzt standen in der Region Asien/Afrika unter dem Strich Verluste von 51 Millionen Euro - vor Sonderfaktoren. Cordes hat auch für andere Regionen Pläne: Erstmals will er nach Norwegen gehen.

Für 2011 kündigte Cordes ein Umsatzwachstum von vier Prozent an, mittelfristig würden es sechs Prozent. Das operative Ergebnis Ebit soll um "rund zehn Prozent" wachsen. Cordes stellte das jedoch unter den Vorbehalt einer weiteren Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

"Hartes Kostenmanagement ist im Handel eine Überlebensbedingung", sagte Cordes. Das stößt nicht bei allen auf Begeisterung: Vor der Tür der Congress.Hall demonstrierte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Sie fürchtet um weitere Standorte und Arbeitsplätze in Deutschland.

Vor der Hauptversammlung gab es Kritik an Cordes. Der Manager habe die Bilanz durch Personalabbau aufgehübscht und nicht durch brillante strategische Entscheidungen, sagte Gewerkschaftssekretär Günter Domke. Etwa 80 Demonstranten begrüßten die Metro-Aktionäre mit einem lauten Pfeifkonzert.

Der Handelsriese Metro hatte 2010 den zweithöchsten Gewinn seiner Geschichte erzielt. Mit einem milliardenschweren Sparprogramms stieg der Gewinn um 80 Prozent auf 936 Millionen Euro. Die Metro-Aktionäre sollen eine höhere Dividende von 1,35 Euro je Stammaktie (Vorjahr: 1,18 Euro) erhalten. Ein Metro-Sprecher verwies darauf, dass der Großteil der Gewinnsteigerung im Unternehmen verbleibe und wieder investiert werde. Jedes Jahr würden Tausende Arbeitsplätze geschaffen.

Nach früheren Unternehmensangaben hat der Düsseldorfer Konzern binnen zwei Jahren weltweit etwa 19.000 Arbeitsplätze in Verwaltung und schlecht laufenden Läden gestrichen. Zugleich entstanden in neuen Märkten und durch neue Angebote aber auch fast ebenso viele neue Jobs. Zur Metro AG gehören die gleichnamigen Großhandelsmärkte für Gewerbetreibende, die beiden Elektronikketten Media Markt und Saturn, der Lebensmittelhändler Real und die Warenhauskette Kaufhof.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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