Hauptversammlung
Neues Gesetz könnte Post in die Quere kommen

Post-Chef Frank Appel bekräftigt auf der Hauptversammlung die Prognose. Man habe keine Baustellen, „wir können frei am Markt agieren“. Das will die Bundesregierung offenbar ändern – und Konkurrenten per Gesetz helfen.
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FrankfurtDie Deutsche Post sieht sich trotz der lahmenden Weltwirtschaft auf Kurs und will mit Investitionen auch in neue Geschäftsfelder ihr Wachstum absichern. "Es ist derzeit nicht abzusehen, wann sich die Konjunktur erholt", sagte Konzernchef Frank Appel am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Frankfurt. Er rechne mit einem Anziehen der Wirtschaft im zweiten Halbjahr 2013 oder im nächsten Jahr.

Die Post profitiere weiter von ihrer starken Position in Asien und dem Boom im Online-Handel, mit dem das Unternehmen in Deutschland das rückläufige Briefgeschäft ausgleicht. Gleichzeitig böten der Fernbus-Markt, der E-Post-Brief oder Online-Einkäufe im Supermarkt Wachstumspotenzial. "Wir haben keine Problem-Baustellen, wir können frei am Markt agieren", sagte Appel.

Der Firmenchef bekräftigte die Ergebnisziele für dieses Jahr und für 2015. Demnach erwarten die Bonner 2013 einen Anstieg des operativen Ergebnisses (Ebit) auf 2,7 bis 2,95 (2012: 2,67) Milliarden Euro. Die global ausgerichtete Sparte DHL mit dem Express-, dem Fracht- und dem Kundenlogistikgeschäft soll mit 2,0 bis 2,15 Milliarden Euro den Großteil zum Ebit beitragen, das deutsche Brief- und Paketgeschäft zwischen 1,1 und 1,2 Milliarden Euro erzielen.

Das Unternehmen bekam im ersten Quartal zwar die schwache Konjunktur zu spüren, dank des boomenden Online-Handels und florierender Geschäfte in Asien stieg das Ebit aber immer noch um 2,9 Prozent auf 711 Millionen Euro. 2015 soll das operative Ergebnis dann bei 3,35 bis 3,55 Milliarden Euro liegen. "Wir glauben, dass es bis dahin eine konjunkturelle Belebung geben wird", sagte Appel.

In Asien ist DHL mit zeitkritischen Versendungen Marktführer - 20 Prozent der Umsätze von DHL kommen von dort. Bis 2017 will die Sparte ein Drittel seiner Erlöse in dieser Region erzielen. Chancen sieht die Post aber auch in einem wesentlich kleineren Geschäft: dem deutschen Fernbus-Markt, der 2013 geöffnet wurde. Zusammen mit dem ADAC will das Unternehmen bis zum Frühjahr 2014 rund 60 Fernbusse zwischen 30 deutschen Städten auf die Reise schicken und das Netz danach noch weiter ausbauen.

Das Marktpotenzial sieht der Logistiker bei 400 bis 500 Millionen Euro. "Wir haben durch unsere Filialstruktur hier echte Wettbewerbsvorteile", sagte Appel. Auch das Geschäft mit dem digitalen E-Post-Brief nehme langsam an Fahrt auf. In diesem Jahr werde der Umsatz mit diesen verschlüsselten Emails, die vor allem für Dokumente gedacht sind, die 100-Millionen-Euro-Marke erreichen, nach einem Umsatz von 20 Millionen Euro im Vorjahr.

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  • Alle Postexperte, einschließlich Bundesnetzagentur und Monopolkommission, wissen: Die Postgesetz-Novelle ist seit Jahren überfällig. Die übermächtige Lobbyarbeit der Deutschen Post hat sie immer wieder verhindert. Auch jetzt wieder: Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat das Gesetz so spät vorgelegt, dass es in dieser Legislaturperiode nicht mehr verabschiedet werden kann. Und schon wieder ist Zeit gewonnen. Bis dass Thema von der Bundesregierung erneut aufgegriffen wird, kann Monate dauern. Solange werden die Wettbewerbsunternehmen betrogen.

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