Hauptversammlung
Post will die Aktionäre locken

Die Deutsche Post hat angekündigt, eine höhere Dividende zu zahlen. Auch sollen eventuell eigene Aktien zurückgekauft werden. Das soll die Aktie insgesamt attraktiver machen. In den USA wird man allerdings noch länger auf Gewinne warten müssen.

HB KÖLN. „Mittelfristig planen wir die Ausschüttung an Sie, unsere Aktionäre, weiter zu erhöhen“, sagte Post-Chef Klaus Zumwinkel bei der Hauptversammlung des Konzerns vor Tausenden von Anteilseignern in Köln. Für 2005 erhalten die Aktionäre eine um 40 Prozent auf 0,70 Euro je Anteilsschein erhöhte Dividende. Gemessen am Konzerngewinn beträgt die Ausschüttungsquote damit 37,4 Prozent. Das Management wolle Aktienkurs und Rendite steigern, betonte Zumwinkel. Der Kurs der Aktien hatte zuletzt unter den Verlusten im US-Express-Geschäft gelitten, die der Konzern Zumwinkel zufolge erst 2009 abstellen wird.

„Eine der Möglichkeiten, die wir in Erwägung ziehen, ist es, eigene Aktien zurückzukaufen. Diese Option werden wir in diesem Jahr prüfen“ kündigte der Post-Chef an. Die Hauptversammlung soll den Konzern ermächtigen, eigene Aktien bis zu insgesamt zehn Prozent des Grundkapitals zu erwerben. Der Streubesitz an dem ehemaligen Staatsmonopolisten betrage nun 58,3 Prozent, sagte Zumwinkel. 41,7 Prozent der Anteilsscheine hält noch die staatliche Förderbank KfW. Mit dem Ausstieg des Bundes werde die Aktie auch für internationale Investoren attraktiver. Der Anteil von US-Investoren bei der Post „wächst kontinuierlich“, betonte Zumwinkel.

Der Kurs der Post-Aktie legte am Morgen um 3,40 Prozent auf 23,12 Euro zu. Noch im März war der Kurs der Papiere wegen eines von Händlern als enttäuschend bewerteten Ausblicks und der Verluste in den USA eingebrochen.

Zumwinkel räumte ein, dass es länger als geplant dauern werde, in den USA profitabel zu werden. „Unser Ziel ist, dass DHL Express USA in 2009 einen positiven Ergebnisbeitrag zum Konzernergebnis leistet.“ Ursprünglich hatte die Post dies im US-Expressgeschäft, wo sie UPS und FedEx auf deren Heimatmarkt die Stirn bieten will, bereits Ende diesen Jahres angepeilt. Doch hatte die Zusammenlegung von zwei US-Luftverkehrszentren für Qualitätsprobleme und Umsatzrückgänge gesorgt. Der Konzern fuhr 2005 in den USA einen Verlust von 400 Mill. Euro ein - 100 Mill. Euro mehr als geplant. Auch wenn das US-Express-Geschäft voraussichtlich erst 2009 in die schwarzen Zahlen kommen werde, sei das starke Standbein in den USA für den weltgrößten Logistikanbieter „absolut erforderlich“, sagte Post-Chef Klaus Zumwinkel. Nur so könne der Konzern seinen Kunden wirklich ein weltumspannendes Netzwerk anbieten.

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