Hauptversammlung
Rhön-Klinikum wirbt für Kauf durch Fresenius

Fresenius will 90 Prozent der Rhön-Papiere und wenn es nach Rhön-Gründer Eugen Münch geht, wird der Gesundheitskonzern diesen Anteil kriegen. Auf der Hauptversammlung warb er für die Übernahme.
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FrankfurtDer Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum wirbt bei seinen Aktionären für die geplante Übernahme durch den Gesundheitskonzern Fresenius. Durch den Zusammenschluss würde der größte Krankenhauskonzern in Europa entstehen, dessen gemeinsames Kliniknetzwerk von rund 75 Prozent der Bevölkerung in Deutschland innerhalb einer Stunde erreicht werden könne, sagte Vorstandschef Wolfgang Pföhler am Mittwoch auf der Hauptversammlung des Unternehmens in Frankfurt. „Dieses Ziel deckt sich mit unserem eigenen Ziel, nämlich ein möglichst flächendeckendes Klinik-Netz in Deutschland zu etablieren.“

Rhön-Gründer und Aufsichtsratschef Eugen Münch, der die 3,1 Milliarden Euro schweren Übernahme mit Fresenius-Chef Ulf Schneider eingefädelt hatte, sprach von einer besonderen Hauptversammlung, „weil ein Angebot von Fresenius vorliegt, das vieles, was wir heute besprechen, überragt“.

Münch wies im Gespräch mit Aktionären allerdings auch darauf hin, dass der Kauf noch lange nicht in trockenen Tüchern ist, da Fresenius für ein Gelingen über 90 Prozent der Rhön-Papiere einsammeln muss. Diese Hürde hat Fresenius-Chef Schneider gesetzt, da diese Annahmequote in der Rhön-Satzung für wichtige Entscheidungen vorgesehen ist. „Ich bin zuversichtlich, dass es klappt - aber die 90 Prozent sind natürlich eine hohe Hürde“, sagte Münch am Rande der Hauptversammlung zu Reuters.

Münch hatte die Übernahme im Alleingang mit Schneider ausgehandelt und damit einige Vorstandsmitglieder von Rhön verärgert. Zunächst prüfte die Rhön-Spitze deshalb auch Alternativen zur Fresenius-Offerte. Anschließend setzte sie sich dann aber mit dem Fresenius-Vorstand an einen Tisch, handelte einen Vertrag zur Standort- und Arbeitsplatzsicherung aus und empfahl den Aktionären schließlich Mitte Mai die Annahme der Fresenius-Offerte. Die neue Eintracht stellten alle Beteiligten am Mittwoch demonstrativ zu Schau. Fresenius-Chef Schneider kam als Gast in die Frankfurter Jahrhunderthalle und wurde von der gesamten Rhön-Spitze herzlich begrüßt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • "Durch den Zusammenschluss würde der größte Krankenhauskonzern in Europa entstehen, dessen gemeinsames Kliniknetzwerk von rund 75 Prozent der Bevölkerung in Deutschland innerhalb einer Stunde erreicht werden könne, sagte Vorstandschef Wolfgang Pföhler am Mittwoch auf der Hauptversammlung des Unternehmens in Frankfurt."

    Schöne Aussichten sind das !! Unsere medizinsche Versorgung liegt dann nicht mehr in den Händen von Ärzten sondern wird bestimmt von Aktien-Konzernen und der Pharmalobby. Heutzutage machen Krankenhäuser politisch gewollte Difizite und werden dann notgedrungen an Klinikketten verkauft. Niedergelassene Ärzte gerade auf dem Lande verdienen immer weniger werden weggespart und der Nachwuchs bleibt aus; es entstehen immer mehr MVZ, die wiederum den Klinikkonzernen gehören usw. Diese Monopolstrukturen sind das Ende der Menschlichkeit. Es zählt nur noch der Gewinn; alles andere ist nur Mittel zum Zweck und Gewinnmaxmierung. Wie tief ist unser Gesundheitssystem nur gesunken.

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