Hauptversammlung
Tui-Großaktionär Fredriksen macht Abstriche

Die Zeichen standen auf Sturm. Wochen lang war heftig über die Zukunft des Reise- und Schifffahrtskonzerns Tui und das Gezerre der Großaktionäre John Fredriksen und Alexej Mordaschow gestritten worden. Doch bei der Hauptversammlung am Mittwoch in der fast bis auf den letzten Platz besetzten Eilenriede-Halle des Congress-Centrums Hannover kam es anders als erwartet.

HANNOVER. Natürlich: Im Mittelpunkt steht der Mann, der im vergangenen Jahr erst Tui-Aktionär wurde und sich knapp zwölf Prozent der Anteile zusammenkaufte: John Fredriksen, der norwegische Reeder, größter Einzelaktionär. Der Mann, der Konzernchef Michael Frenzel zum erneuten Kurswechsel zwang: Noch im Januar wollte der Tui-Vorstand die Containerschiffstochter Hapag-Lloyd mit der Tui verschmelzen. Nach massivem Druck aus dem Londoner Büro Fredriksens dann die komplette Wende: Die Hamburger Tochter soll nun verkauft werden.

Das verstehen viele Aktionäre nicht mehr. Vom Schlingerkurs ist die Rede, und Frenzel muss sich als "Wendehals" bezeichnen lassen. Christoph Großmann, Sprecher der Belegschafts-Aktionäre, spricht vom "Sog der Gier" und ruft nach der "vertrauensvollen Kultur" zwischen Vorstand, Aufsichtsrat, Investoren, Aktionären, die überhaupt erst den langen Weg von der Preussag zur Tui ermöglicht habe. Das alles zerstöre "der Herr Fredriksen" jetzt "rüde".

Der Norweger kommt auch bei anderen Aktionärssprechern nicht unbedingt gut weg. Nein, von "den Wikingern" solle die Tui nicht übernommen werden, meint einer. Dass Fredriksen kurzfristig "wegen eines kleinen medizinischen Eingriffs" die HV-Teilnahme absagte, fordert zu Hohn heraus. Er sei bestimmt kein Kassenpatient, da habe er sicher einen anderen Arzttermin bekommen können.

So blieb es seinem Geschäftspartner, dem Vertrauten Olav Troim, überlassen, das Fredriksen-Engagement an der Tui den Anteilseignern näher zu bringen. Der hoch aufgeschossene Mann mit dem schwungvoll frisierten skandinavisch-blonden Schopf startet in gebrochenem Deutsch, wechselt dann aber ins Englische und lässt sich abschnittsweise übersetzen.

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