Hauptversammlung
Tui lässt die Aktionäre im Unklaren

Um den Reise- und Schifffahrtskonzern Tui steht es nicht zum besten. Rote Zahlen allerorten. Für die Zukunft wagt das Management keine Aussage, speziell nicht in der Touristik, die mit dem britischen Wettbewerber First Choice fusionieren soll.

rtr HANNOVER. Das Ergebnis 2007 werde „sehr wesentlich“ vom Zeitpunkt der Kartellfreigabe für die Fusion mit First Choice bestimmt, sagte Tui-Chef Michael Frenzel am Mittwoch in Hannover auf der Hauptversammlung. „Eine Ergebnisprognose ist daher derzeit noch nicht möglich.“ Allerdings versicherte Frenzel, die Ertragskraft verbessern zu wollen.

Vor einer Woche hatte Tui bei der Vorlage der Quartalszahlen erklärt, es sei offen, ob der Betriebsgewinn in der Touristik steigen und die Schifffahrtssparte nach dem Vorjahresverlust wieder schwarze Zahlen schreiben werde.

Tui will auch nach der Fusion des Touristikgeschäfts mit dem britischen Konkurrenten First Choice den strammen Sparkurs fortsetzen. Bis 2008 wolle Tui „weitere 250 Mill. Euro Kosten aus unseren Produktionsprozessen und Verwaltungsbereichen herausnehmen“, sagte Konzernchef Frenzel. Schon seit 2002 habe der Konzern allein in der Touristik 360 Mill. Euro eingespart. In der Holding sollen die Kosten bis 2009 von derzeit 110 auf 40 Mill. Euro gedrückt werden.

Schlechte Zahlen

Frenzel steht angesichts tiefroter Zahlen und unsicherer Zukunftsaussichten eine turbulente Hauptversammlung bevor. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) kündigte bereits an, gegen die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat zu stimmen.

Tui hatte vergangene Woche schwache Zahlen für das erste Quartal präsentiert: Der Nettoverlust betrug 106 Mill. Euro und lag damit noch 15 Prozent schlechter als im Vorjahreszeitraum. Bis Ende März musste Tui außerdem ein Umsatzminus von 8,6 Prozent auf 4,1 Mrd. Euro hinnehmen. Mit dem Einbruch schloss der Konzern an die schwachen Ergebnisse des Vorjahres an, als ein Jahresverlust von rund 850 Mill. Euro angefallen war.

Kritische Fragen wird sich Konzernchef Frenzel wohl auch wegen der geplanten Fusion des Reisegeschäftes der Tui mit dem britischen Unternehmen First Choice gefallen lassen müssen. Tui hatte im März den Zusammenschluss angekündigt.

Probleme hat der Konzern derzeit vor allem mit dem Reisegeschäft in Großbritannien und mit der Schifffahrt. Beide Sparten galten bisher als Vorzeigeobjekte und überdurchschnittlich profitabel. Jetzt wird Tui in Großbritannien nach eigenen Angaben von einem Markteinbruch erfasst. In der Schifffahrt leidet die Konzerntochter Hapag-Lloyd unter schwachen Transportpreisen und gestiegenen Kosten. Laut Frenzel ist der Tiefpunkt bei der Schifffahrt aber durchschritten.

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